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    Urteil: Mehr Urlaub für Jüngere im öffentlichen Dienst

    Urteil: Mehr Urlaub für Jüngere im öffentlichen Dienst

    Gute Nachricht für jüngere Beschäftigte im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen: Sie haben Anspruch auf bis zu vier Tage mehr Urlaub im Jahr. Das Bundesarbeitsgericht in Erfurt erklärte am 20. März die altersabhängige Urlaubsstaffelung im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst für unwirksam. Sie stelle eine Diskriminierung wegen Alters dar und verstoße gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Bisher bekommen Beschäftigte im öffentlichen Dienst bis zum 30. Lebensjahr 26 Tage Urlaub, bis 40 Jahre werden 29 Urlaubstage gewährt, und erst ab 40 Jahren gibt es 30 Tage Urlaub. Mit der Entscheidung des Gerichts stehen allen Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen ab sofort 30 Tage Urlaub zu – egal ob sie jünger sind als 30 oder nicht.

    ver.di: Urlaubsansprüche unverzüglich geltend machen

    ver.di sieht in der Entscheidung ein gutes Signal für die Beschäftigten, deren Arbeitsbelastung durch den Stellenabbau in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Auf die laufende Tarifrunde für mehr Lohn hat die Entscheidung der Erfurter Richter jedoch keine Auswirkungen, da der Urlaub im Manteltarifvertrag und nicht im Gehaltstarifvertrag geregelt ist.

    Die Beschäftigten können nun individuell ihren Urlaubsanspruch bei den Arbeitgebern geltend machen. Auch rückwirkend für 2011, jedoch nur, wenn die Beschäftigten das Recht haben, Urlaub aus dem alten Jahr ins neue Jahr mitzunehmen. Die Ansprüche sollten sie unverzüglich – spätestens jedoch bis zum 31. März 2012 – beim Arbeitgeber geltend machen. Dazu hat ver.di ein Musterschreiben entwickelt.