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    Statt vier nur noch zwei EU-Besatzungsmitglieder

    Schiffsbesetzungsverordnung stößt bei ver.di auf Kritik

    15. Dezember 2015 | Am 11. Dezember 2015 wurde eine Vereinbarung zwischen dem Verband Deutscher Reeder (VDR) und dem Verkehrsministerium unterzeichnet, um die Schiffsbesetzungsverordnung zu ändern. Statt wie bisher vier sollen künftig nur noch zwei EU-Besatzungsmitglieder auf Schiffen unter deutsche Flagge vorgeschrieben sein und kein Schiffsmechaniker mehr. Während die Reeder die Vereinbarung noch am selben Abend mit Beifall begrüßten, haben ver.di, der Verband deutscher Kapitäne und Schiffsoffiziere (VDKS) und die Vereinigung deutscher Schiffsingenieure (VDSI) am 15. Dezember eine kritische gemeinsame Erklärung zur angekündigten Änderung der Schiffsbesetzungsverordnung abgegeben.

     

    ITF-Kontrolleure gehen an Bord Foto: ITF ITF-Inspektion

     

    Zwar erkennen ver.di, VDKS und VDSI das Engagement einiger Reedereien zur Ausbildung und Beschäftigung deutscher Seeleute an. Auch begrüßen sie politische Absichten, das maritime Know-how am Standort Deutschland zu halten und auszubauen. Die angekündigte Reduzierung der Mindestanzahl der auf deutschen Schiffen zu beschäftigenden europäischen Seeleute sei jedoch nicht geeignet, das notwendige Know-how durch in Deutschland ausgebildete Seeleute zu halten oder gar auszubauen, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung.

    ver.di, VDKS und VDSI erwarten, „dass die zusätzlichen Subventionen und Fördermaßnahmen für die Seeschifffahrt mit dem Ziel der nachhaltigen Sicherung von Ausbildung und Beschäftigung deutscher Seeleute umgesetzt werden und alle von Steuergeldern profitierenden Reedereien ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung für die Ausbildung und Beschäftigung einheimischer Seeleute nachkommen.“

    Die drei Organisationen fordern im Sinne des „Maritimen Bündnisses für Ausbildung und Beschäftigung“, von der Bundesregierung, den Reedereien und der Stiftung Schifffahrtstandort Deutschland eine Bindung der geplanten Maßnahmen an eine langfristige Arbeitsplatzgarantie zum Erhalt von Ausbildung und Beschäftigung in derzeit bestehendem Umfang. Die durch den Verband Deutscher Reeder vertretenen Reedereien sollen eine unmissverständliche Erklärung zum Erhalt und Ausbau von Ausbildung und Beschäftigung deutscher Seeleute für den Fall der Umsetzung der geplanten Fördermaßnahmen geben. Um die Wirkung der Subventionen zu kontrollieren, forderten ver.di, VDKS und VDSI eine Evaluierung zu den geplanten Veränderungen innerhalb von zwei Jahren. Zudem müssten die Maßnahmen korrigiert werden, sofern sie nicht zu einer Verbesserung von Ausbildung und Beschäftigung sozialversicherter deutscher Seeleute und damit zur Sicherung des Schifffahrtsstandortes Deutschland geführt haben.