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    Für fest angestellte und freie Journalisten

    Tarifauftakt: dju in ver.di fordert fünf Prozent mehr Geld für Tageszeitungsjournalisten

    9. Februar 2015 | Die Deutsche Journalistinnen und Journalisten-Union (dju) in ver.di geht mit einer Forderung nach fünf Prozent mehr Geld für die rund 14.000 Tageszeitungsjournalistinnen und -journalisten in die Entgelt-Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), die am morgigen Mittwoch, 10. Februar 2016, in Frankfurt/Main starten.

    Personengruppe mit Zeitung Foto: Karsten Thielker Personengruppe mit Zeitung



    „Diese Forderung ist nach Jahren unterdurchschnittlicher Gehaltserhöhungen notwendig“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft und Verhandlungsführer Frank Werneke. 

    „Es gilt, die Leistung von Journalistinnen und Journalisten endlich wieder angemessen zu bewerten, denn sie bildet den Kern des Geschäftsmodells der Verlage. Für Print- wie für Online-Angebote ziehen die Vertriebserlöse insgesamt an, während die Tariferhöhungen im Tageszeitungsbereich in den vergangenen Jahren weit unterhalb der Tarifsteigerungen in der Gesamtwirtschaft und sogar unter der Inflation gelegen haben“, sagte Werneke. 

    Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass die Tarife in der Gesamtwirtschaft zwischen 2000 und 2015 um 36,2 Prozent anstiegen und die Inflation um 23,7 Prozent zulegte. Die Tarifsteigerungen in den Tageszeitungsredaktionen lagen hingegen im gleichen Zeitraum bei lediglich 19,4 Prozent.

    „Der Wert des Journalismus ist in der Informationsflut der digitalen Medien wichtiger denn je.“

    Frank Werneke, stellvertretender Vorsitzender von ver.di und Verhandlungsführer

    „Auch wenn es mittlerweile vielversprechende Ansätze gibt, bleibt noch jede Menge zu tun im Zuge des digitalen Umbruchs der Medienlandschaft. Entscheidend für den Erfolg ist die Arbeit der Journalistinnen und Journalisten“, betonte Werneke. Redaktionen produzierten rund um die Uhr die Inhalte, mit denen die Verlage im wesentlichen ihr Geld verdienten. „Doch gerade in den Redaktionen wurde in der Vergangenheit immer wieder der Rotstift angesetzt. Es gibt immer weniger festangestellte Redakteurinnen und Redakteure und immer schmalere Budgets für Freienhonorare, dafür aber immer mehr Vertriebskanäle, wo auch weiterhin steigende Vertriebserlöse erzielt werden sollen. Diese Kanäle brauchen gute Inhalte: Der Wert des Journalismus ist in der Informationsflut der digitalen Medien wichtiger denn je“, sagte Werneke. Daher sei die Forderung nach fünf Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro, für Feste wie Freie gerade auch mit Blick auf die zukünftige Attraktivität des Berufs berechtigt.