Tarifnews

    Beschäftigte haben ordentliche Tariferhöhung verdient

    Noch kein Ergebnis bei der Lufthansa

    14. Dezember 2017 – Die Lufthansa hat 2017 ein Rekordergebnis erzielt. Doch für die Beschäftigten soll davon nichts übrig bleiben. Denn die zweite Runde der Tarifverhandlungen für die rund 33.000 Beschäftigten der Bodendienste sowie bei Lufthansa-Systems, der Lufthansa-Service Group (LSG), der Lufthansa Technik, Lufthansa Cargo und ver.di-Mitglieder in der Kabine ist Mitte Dezember ohne Ergebnis geblieben. Rund drei Milliarden Euro Ergebnis, ein Rekordumsatz und die Verbesserung aller wesentlichen Kennzahlen würden anscheinend nicht ausreichen, um den Beschäftigten einen berechtigten Anteil zukommen zu lassen, kritisierte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle.

    Absurdes Angebot

    Da von der Lufthansa vorgelegte Angebot von 1,7 Prozent für zwölf Monate liegt nach Angaben Behles noch unter der erwarteten Inflationsrate von 2,0 Prozent für 2018. Damit würde die Lufthansa einen Reallohnverlust bei den Beschäftigten in Kauf nehmen. „Das ist völlig absurd“, betonte Behle. Sie forderte die Arbeitgeber auf, in der nächsten Runde ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen

    Für die Beschäftigten der LSG hatte der Arbeitgeber nur eine Einmalzahlung in Aussicht gestellt. Angeblich sei die wirtschaftliche Situation dort schlechter als im Rest des Konzerns. Tatsächlich aber schließe die LSG insgesamt mit einem positiven Ergebnis ab, so Behle. Zudem hätten die Arbeitgeber noch eine Palette von Verschlechterungen beispielsweise bei Mantelregelungen und bei der Altersversorgung präsentiert. „Wir werden weder von unseren Forderungen abrücken noch die Beschäftigtengruppen auseinanderdividieren lassen“, so die Gewerkschafterin. Alle Beschäftigten im Lufthansa-Konzern hätten gemeinsam ihren Beitrag für das Erreichen des Rekordergebnisses geleistet und damit hätten alle eine ordentliche Tariferhöhung verdient. Behle sieht die Haltung der Arbeitgeber als Provokation. Arbeitskampfmaßnahmen im nächsten Jahr wollte sie nicht ausschließen.

    Freie Tage statt Vergütungserhöhung

    ver.di fordert für die Lufthansa-Konzernbeschäftigten am Boden und in der Kabine, bei der Lufthansa Cargo, der Lufthansa Service Gesellschaft, der Lufthansa Technik und Lufthansa Systems 6,0 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für die rund 1.500 Auszubildenden im Lufthansa-Konzern fordert ver.di 90 Euro mehr sowie die unbefristete Übernahme im erlernten Beruf. Außerdem sollen die Beschäftigten die Möglichkeit erhalten, die Vergütungserhöhung in zusätzliche freie Tage einzutauschen.

    Die Verhandlungen sollen am 22. Januar 2018 in Frankfurt/Main fortgesetzt werden.