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ver.di ruft bei Amazon erneut zu Streiks auf

Berlin, 22. September 2014 | ver.di setzt beim Versandhändler Amazon ihre Streiks fort. An den Standorten Leipzig (Sachsen), Bad Hersfeld (Hessen), Graben bei Augsburg (Bayern) und Rheinberg (NRW) sind die Beschäftigten dazu aufgerufen, am Montag, dem 22. September, und Dienstag, dem 23. September, die Arbeit niederzulegen. Die Streiks beginnen am heutigen Montag mit der Nachtschicht in Bad Hersfeld. Die Beschäftigten in Leipzig, Graben und Rheinberg schließen sich mit Beginn der Frühschicht an. Der Streik dauert bis Dienstag zum Ende der Spätschicht.

„Wir werden nicht hinnehmen, dass das Unternehmen willkürlich die Löhne diktiert.“

Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

 „Amazon weigert sich weiterhin, das in Deutschland gesetzlich garantierte Recht der Beschäftigten auf einen Tarifvertrag anzuerkennen. Die Beschäftigten aber lassen in ihrem Druck nicht nach. Sie haben einen langen Atem und kämpfen dafür, dass man ihrer Arbeit mit Respekt begegnet“, sagt Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied und zuständig für den Handel.

Nur Tarifvertrag garantiert existenzsichernde Einkommen

In Graben hatte Amazon in diesen Tagen Lohnerhöhungen zwischen 2,1 und 3 Prozent angekündigt. „Die Gegenwehr der Beschäftigten zeigt ihre Wirkung. Amazon steht unter Druck. Wir werden aber nicht hinnehmen, dass das Unternehmen willkürlich die Löhne diktiert. Nur ein Tarifvertrag garantiert den Beschäftigten existenzsichernde Einkommen und Arbeitsbedingungen“, so Nutzenberger.

Amazon betreibt in Deutschland neun Versandzentren. Beschäftigte dort klagen über die hohe Anzahl von Befristungen, extremen Leistungsdruck und unzureichende Arbeits- und Pausenregelungen. Da Amazon sich der Tarifbindung verweigert, bekommen die Beschäftigten zudem zum Teil mehrere Hundert Euro weniger, als ihnen nach den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels zustehen würden.

 

 

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