Tarifnews

    Anstalten und Produzenten zahlen in Pensionskasse ein

    Sichere Altersvorsorge für freie Fernsehschaffende bei ARD und ZDF

    Berlin, 5. Oktober 2016 | Freie und befristet beschäftigte Mitarbeiter/innen in Fernsehproduktionsfirmen haben künftig einen klar geregelten Anspruch auf Pensionskassenzuschüsse durch die Arbeitgeber bei Filmproduktionen für ARD und ZDF. ver.di und der Bundesverband Schauspiel (BFFS) einigten sich mit ARD und ZDF sowie der Produzentenallianz auf die sogenannte „Limburger Lösung“.

    „Dank der Limburger Lösung hat nun ein Großteil der freien oder befristet beschäftigten Film- und Fernsehschaffenden einen klar geregelten Anspruch auf geförderte betriebliche Altersvorsorge.“

    Frank Werneke, stellvertretender ver.di-Vorsitzender

    „Damit ist die jahrelange Unsicherheit zulasten der Beschäftigten beendet. Das ist ein Meilenstein. Dank der Limburger Lösung hat nun ein Großteil der freien oder befristet beschäftigten Film- und Fernsehschaffenden einen klar geregelten Anspruch auf geförderte betriebliche Altersvorsorge“, sagte der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke. Jetzt sollten alle Beschäftigten prüfen, ob sie davon profitieren können.

    Film- und Fernsehschaffende in Auftragsproduktionen für ARD und ZDF waren jahrelang mit unklaren Regelungen oder gar der Weigerung der Arbeitgeber konfrontiert, einen Beitrag zur Pensionskasse Rundfunk zu leisten. Dieser Zustand wird nun beendet. Das bedeutet unter anderem:

     

    • Bei allen voll- und teilfinanzierten Auftragsproduktionen von ARD und ZDF werden die Arbeitgeberanteile der Produzenten zur Pensionskasse zu 100 Prozent von den Anstalten auf Nachweis erstattet.
    • Bei geförderten Produktionen erstatten ARD und ZDF den Arbeitgeberanteil entsprechend ihres Finanzierungsanteils. Die Produzenten tragen den Rest, wenn sie ihn in der Kalkulation geltend machen können.
    • ARD, ZDF und die Gewerkschaften werden sich bei den Filmförderinstitutionen für eine Anerkennung der Arbeitgeberanteile zur Pensionskasse als kalkulierbare Kostenpositionen einsetzen.
    • Die Pensionskasse hat darüber hinaus beschlossen, alle Kriterien für den Beitritt (Wartezeit, Mindestverdienst) bis auf das Mindestalter von 18 Jahren zu streichen. Diese Regelung wird gültig, sobald das Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistung sie genehmigt hat.
    Klappe – Pensionskasse, die letzte! Foto: Martin Schutt/dpa Klappe – Pensionskasse, die letzte!