Tarifnews

    Zeichen stehen auf Arbeitskampf

    Urabstimmung bei Amazon Bad Hersfeld

    21. April 2013 | In der Tarifauseinandersetzung bei Amazon Bad Hersfeld fordert ver.di die Anerkennung des Tarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel Hessen. Die Arbeitgeberseite lehnt das nach wie vor ab. Deshalb ruft ver.di jetzt ihre Mitglieder bei der Amazon Logistik GmbH Bad Hersfeld zur Teilnahme an einer Urabstimmung auf.

    „Wir wollen uns bei unseren ver.di-Mitgliedern rückversichern, ob die Streikbereitschaft vorhanden ist“, sagt Bernhard Schiederig, in Hessen Landesfachbereichsleiter Handel und Tarifverantwortlicher. „Es ist nicht akzeptabel, dass Amazon als der größte Online-Versandhändler keiner Tarifbindung unterliegt.“ Nachdem die Geschäftsführung von Amazon am 8. April in einem Gespräch mit der ver.di-Tarifkommission ihre ablehnende Haltung gegenüber einem Tarifvertrag bekräftigt habe, stünden nun die Zeichen auf Arbeitskampf, so Schiederig.  

    „Die harte Arbeit im Lager muss besser entlohnt werden."

    Mechthild Middeke, vor Ort zuständige Gewerkschaftssekretärin

    ver.di will für die rund 3.300 Beschäftigten von Amazon in Bad Hersfeld tarifliche Arbeitsbedingungen auf dem Niveau der Einzel- und Versandhandelsbranche erreichen. „Die harte Arbeit im Lager muss besser entlohnt werden. Mit Tarif wäre der monatliche Verdienst für die größte Beschäftigungsgruppe der Kommissionierer und Packer 120 Euro höher“, erklärt die vor Ort zuständige Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. „Wer über zwei Jahre bei Amazon arbeitet, erhält derzeit 1.872 Euro, nach Tarif wären es 1.985 Euro. Hinzu kämen Zuschläge für Mehrarbeit, Nacht- und Sonntagsarbeit sowie ein tarifliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld.“

    Beginnend mit Montag, den 22. April, wird ver.di ein Woche lang die Urabstimmung durchführen. Mit einem Ergebnis ist voraussichtlich in der ersten Mai-Woche zu rechnen.