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    Gleichbehandlung aller Beschäftigten

    ver.di fordert bundesweites Recht auf Bildungsurlaub

    Berlin, 29. Dezember 2015 | Auch das Bundesland Thüringen führt zum 1. Januar 2016 ein sogenanntes Bildungsfreistellungsgesetz ein. Das Gesetz ermöglicht Beschäftigten, bis zu fünf Tage im Jahr für Bildung freigestellt zu werden. Auszubildende können sich drei Tage befreien lassen. ver.di begrüßt die Einführung des Gesetzes in Thüringen. Damit verwehren nur noch Bayern und Sachsen den Beschäftigten das Recht, fünf Tage für eine selbst gewählte Weiterbildung mit Lohnfortzahlung freigestellt zu werden.

    „Wenn Beschäftigte sich einige Tage im Jahr der politischen, beruflichen oder allgemeinen Weiterbildung widmen wollen, nutzt das nicht nur der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, es stärkt auch das gesellschaftliche Miteinander.“

    Christoph Meister, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

    „Wir fordern Bundesministerin Johanna Wanka auf, sich für eine bundeseinheitliche Regelung einzusetzen und auf die Landesregierungen in Bayern und Sachsen aktiv einzuwirken, um das Bildungs- freistellungsgesetz in allen Bundesländern anzuwenden“,  sagt ver.di-Bundes- vorstandsmitglied Christoph Meister. „Wir brauchen in ganz Deutschland ein Recht auf Bildungsurlaub."

    Es sei nicht einzusehen, warum dieses Recht den abhängig Beschäftigten in Bayern und Sachsen vorenthalten werde. Meister fordert die Landesregierungen auf, endlich zu handeln. „Wenn Beschäftigte sich einige Tage im Jahr der politischen, beruflichen oder allgemeinen Weiterbildung widmen wollen, nutzt das nicht nur der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, es stärkt auch das gesellschaftliche Miteinander. Und genau darauf sollten auch die bayerische und die sächsische Landesregierung Wert legen."

    Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, unterstützt ver.di den DGB und ver.di Bayern bei einer Beschwerde vor der Internationalen Arbeiter Organisation (ILO) gegen die Bundesrepublik Deutschland. Es wird geprüft, warum diee internationale Vereinbarung, die ILO-Konvention 140 zur Einrichtung von Bildungsurlaub aus dem Jahr 1976, noch nicht umgesetzt wurde. Bildungsurlaub ersetze nicht die betriebliche Weiterbildung, sondern diene dem Interesse der einzelnen Beschäftigten, etwa der eigenen Karriereplanung, so Meister. Im Vordergrund stünden die freie Themenwahl und die Gleichbehandlung aller Beschäftigten in allen Bundesländern.

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