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    T-Mobile USA

    ver.di und US-Gewerkschaften prangern gewerkschaftsfeindliche Aktivitäten an

    13.07.2011 | ver.di und die amerikanische Gewerkschaft "The Communication Workers of America" (CWA) legen bei der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) Beschwerde ein. Die US-Tochter der Deutschen Telekom AG hat ihre Beschäftigten davon abgehalten, einer Gewerkschaft beizutreten oder eine Gewerkschaft zu gründen.

    Als weltweit agierender Branchenriese ist T-Mobile USA dazu verpflichtet, sich an die grundsätzlichen Menschenrechte und an die Maßstäbe für Beschäftigungspraktiken zu halten. Diese sind in den OECD-Leitsätzen für multinationale Unternehmen verankert. Kontinuierlich hat T-Mobile Rechte von Beschäftigten eingeschränkt und damit gegen diese Grundsätze verstoßen.

    Seit dem Jahr 2000 ist T-Mobile in den USA tätig – und seitdem hat das Unternehmen unmissverständlich klar gemacht, dass es "gewerkschaftsfrei" bleiben wolle. In einem Handbuch aus dem Jahr 2003 werden Führungskräfte angewiesen, Beschäftigte davon abzuhalten, sich gewerkschaftlich zu organisieren und sie diesbezüglich zu behindern. Dabei wurde betont, dass eine "gewerkschaftliche Organisierung nicht im Interesse einzelner Mitarbeiter, des Unternehmens sowie des Standorts" sei. Aktiv und mit Nachdruck verfolgt T-Mobile USA seine gewerkschaftsfeindliche Agenda. Dabei wird ein Klima der Angst geschaffen und kompromisslos auf "Gewerkschaftsfreiheit" im Unternehmen bestanden. Die Rechte von Beschäftigten sind eingeschränkt.

    In der Beschwerde an die OECD heißt es: "Während sich die Deutsche Telekom in Deutschland durch eine langjährige Tradition unternehmerischer Sozialverantwortung auszeichnet, wurden bei T-Mobile USA rigorose und weitreichende Maßnahmen ergriffen, um Mitarbeiter daran zu hindern, ihr Recht auf Gründung einer Gewerkschaft auszuüben. In Bezug auf faire Arbeitsbedingungen liegt hier somit ein klarer Fall von Doppelmoral sowie ein Verstoß
    gegen die Leitsätze vor."