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    Frauen: Schlechter bezahlt, selten befördert

    WSI-Tarifarchiv

    Frauen: Schlechter bezahlt, selten befördert

    Männer verdienen weiterhin deutlich mehr als Frauen. Das zeigt die neueste Auswertung des WSI-Tarifarchivs. Untersucht wurden die Arbeitsentgelte von knapp 22.000 Frauen und Männern, die sich im vergangenen Jahr anonym an einer Umfrage des Info-Portals „Frauenlohnspiegel“ beteiligten. Laut WSI liegt der Bruttoverdienst von Frauen im Schnitt rund 21 Prozent unter dem der Männer. Auch bei Sonderzahlungen sind Arbeitnehmerinnen benachteiligt. Sie bekommen im Vergleich zu Männern seltener Weihnachtsgeld, seltener Urlaubsgeld und noch seltener eine Gewinnbeteiligung.

    Von einer Tarifbindung profitieren Frauen hingegen noch stärker als Männer. Die Differenz zwischen den Durchschnittsverdiensten von Frauen in Betrieben mit und ohne Tarifbindung ist größer als die entsprechende Differenz bei Männern. Allerdings arbeiten Frauen nur zu 46 Prozent in tarifgebundenen Betrieben, Männer zu gut 54 Prozent.

    Auch in naher Zukunft werden weibliche Beschäftigte den Lohnabstand kaum aufholen, lassen die Ergebnisse der Umfrage vermuten: 31 Prozent der Männer, aber nur 21 Prozent der Frauen gaben an, dass sie in ihrem gegenwärtigen Betrieb einmal befördert worden sind.