Tarifnews

    Zugesagte Investitionen nicht eingehalten

    ver.di lehnt erneuten Abschluss eines Sanierungstarifvertrages für die Paracelsus-Kliniken ab

    20. Oktober 2017 | Das lassen die Beschäftigten nicht mit sich machen, auf Einkommen verzichten und dann wird doch nicht investiert. ver.di hat einen nochmaligen Sanierungstarifvertrag mit der Geschäftsführung der Paracelsus-Kliniken Deutschland abgelehnt, weil die Klinikleitung ihren zugesagten Investitionen bisher nicht nachgekommen und für die aktuellen Verhandlungen auch kein schlüssiges Sanierungskonzept vorgelegt hat. „Es ist unanständig, dass ein ins Trudeln geratenes Unternehmen sich nicht an Zusagen hält und die Beschäftigten trotzdem zur Kasse bittet“, sagte Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstandsmitglied.

    Jetzt muss alles ganz schnell gehen Foto: Christian Ditsch Die Beschäftigten der Paracelsus-Kliniken wollen nicht länger auf ihr hart verdientes Geld verzichten, ohne zu wissen, welchen Plan der Konzern verfolgt

    2013 hatten die Beschäftigten einem Sanierungstarifvertrag zugestimmt. Sie verzichteten daraufhin zwei Jahre lang auf ihr Weihnachtsgeld und Teile ihrer monatlichen Entgelte. Die Klinikleitung forderte ver.di nun erneut Ende Juli 2017 auf, über einen weiteren Sanierungstarifvertrag zu verhandeln. In der Hoffnung, damit Arbeitsplätze zu sichern, stimmte die ver.di-Tarifkommission nach intensiver Diskussion zu, die Verhandlungen über einen Sanierungstarifvertrag unter Auflagen aufzunehmen. In Verhandlungen Anfang Oktober 2017 wurde ein Verhandlungsergebnis erreicht, für dessen Zustimmung ver.di ein schlüssiges Sanierungskonzept verlangte. Dem ist die Klinik bisher nicht nachgekommen und hat weder mit dem Aufsichtsrat noch mit dem Wirtschaftsausschuss geschweige denn mit den Betriebsräten Sanierungsschritte abgestimmt.

    Die Tarifkommission hat das Verhandlungsergebnis daher auf ihrer Sitzung am 18. Oktober 2017 einstimmig abgelehnt. „Die Beschäftigten haben kein Vertrauen mehr in das Management. Sie wollen nicht länger auf ihr hart verdientes Geld verzichten, ohne zu wissen, welchen Plan der Konzern verfolgt und ob ihre Arbeitsplätze tatsächlich noch sicher sind“, sagte Bühler. „Die Beschäftigten bei Paracelsus haben dem Arbeitgeber die Hand zur Zusammenarbeit gereicht. Die Geschäftsführung hat sie ausgeschlagen. Das ist nicht nachvollziehbar“, sagte das ver.di-Vorstandsmitglied. ver.di sei jederzeit Gesprächsbereit, wenn auf der Arbeitgeberseite Vernunft einkehre.

    Die Paracelsus-Kliniken beschäftigen bundesweit 5.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in 25 Kliniken.