Tarifnews

    Pflegeversicherung besser finanzieren

    Aktionstag für mehr Personal in der Altenpflege

    16. November 2016 | Der Buß- und Bettag als arbeitsfreier Tag ist seit 1995 abgeschafft – er sollte durch die Mehrarbeit der Arbeitnehmer/innen den Arbeitgeberbeitrag für die damals neu eingeführte Pflegeversicherung finanzieren. Doch weder ist die Finanzierung heute sicher, noch reicht das Personal in der Pflege aus. Anlässlich des heutigen Buß- und Bettags macht ver.di deshalb auf den Personalmangel in der stationären Altenpflege aufmerksam. Mehr als 35.000 Postkarten sollen in Einrichtungen der stationären Altenpflege verteilt und auf die unverzichtbare Arbeit der Beschäftigten hingewiesen werden. ver.di fordert vom Gesetzgeber die schnelle Umsetzung einer bundeseinheitlichen Personalbemessung.

    „Beruflich Pflegende brauchen keine Sonntagsreden, sondern eine echte Wertschätzung durch höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen.

    Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

    Der Wettbewerbsdruck in den Einrichtungen der Altenpflege führe zu Personaleinsparungen, immer höherer Gesundheitsbelastung der Beschäftigten und bei tariflosen Arbeitgebern zu Armutslöhnen statt fairer Bezahlung. „Beruflich Pflegende brauchen keine Sonntagsreden, sondern eine echte Wertschätzung durch höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Wer andere pflegt, darf dabei selbst nicht krank werden. Wir fordern eine bundeseinheitliche Personalbemessung“, betont Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. Um den akuten Fachkräftemangel zu beseitigen, müsse die Altenpflege deutlich attraktiver werden. Außerdem könne es eine gute Pflegequalität nur mit ausrechend Personal geben. 

    Allerdings müsse schon jetzt fast die Hälfte der Bewohnerinnen und Bewohner in der stationären Altenpflege Sozialhilfe beantragen. Um diese Situation nachhaltig zu verbessern und die Altenpflege auskömmlich zu finanzieren, müsse die Pflegeversicherung von einer Teilkosten- zu einer Vollversicherung ausgebaut werden. „Nur so kann eine qualitativ hochwertige Pflege für alle unabhängig von der sozialen Herkunft gesichert werden“, stellt Bühler klar.

    Pflege dpa Wer andere pflegt, darf nicht durch seine Arbeit selbst krank werden.  – Pflegende Hände

     

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