Tarifnews

    Gütetermin ohne Ergebnis

    Zur Massenentlassung bei hannoverschem Taxiunternehmen noch keine Einigung

    24. September 2014 | ver.di vertritt einige der Gekündigten des hannoverschen Taxiunternehmens „Mein Taxi“, das eine Massenkündigung ausgesprochen hat, weil es angeblich den Mindestlohn nicht zahlen kann. Am 23. September hat der Gütetermin vor dem Arbeitsgericht Hannover stattgefunden. „Es ist zu keiner Einigung gekommen, aber der Termin ist schon deshalb als Erfolg zu werten, weil deutlich wurde, dass der Arbeitgeber nach diesen leichtfertigen Kündigungen jetzt in der Verantwortung steht und die Fahrerinnen und Fahrer auf ihre schwierige Situation aufmerksam machen konnten, “, sagte Mira Neumaier vom ver.di-Fachbereich Verkehr in Hannover. Die Gewerkschaft will eine Weiterbeschäftigung aller Beschäftigten.

    „Ein Lohn von 8,50 pro Stunde ist ein absolutes Minimum, das auch unsere hannoverschen Taxifahrer verdient haben.“

    Mira Neumaier, ver.di-Bezirk Hannover

    Die 65 Fahrerinnen und Fahrer waren mit dem Verweis auf angeblich steigende Personalkosten, die der Mindestlohn ab Januar 2015 mit sich bringen soll, Anfang August gekündigt worden. Mira Neumaier hält die Kündigungen für völlig unbegründet. Die Gewerkschaft sei seit Wochen mit Mitgliedern das Finanzausschusses der Ratsfraktionen der SPD und der Grünen zur Taxigebührenordnung im Gespräch. Die Sprecher beider Fraktionen hätten sich öffentlich für eine Tariferhöhung zeitgleich mit der Einführung des Mindestlohns ausgesprochen, sagte die Gewerkschafterin.  Mit einer Angleichung der Gebühren wäre eine wichtige Grundlage für die wirtschaftliche Fortführung des Taxigewerbes in Hannover geschaffen.

    Der Mindestlohn aber müsse für alle gelten. Neumaier betonte: „Der Mindestlohn ist politisch gewollt und richtig. Ein Lohn von 8,50 pro Stunde ist ein absolutes Minimum, das auch unsere hannoverschen Taxifahrer verdient haben.“ Aus ver.di-Sicht sei die Politik am Zug und müsse jetzt schnell bei den Taxigebühren handeln. Zugleich müssen die Behörden ihrem Kontrollauftrag zur Einhaltung des Mindestlohns nachkommen. Es könne nicht sein, dass in Zukunft diejenigen, die den Mindestlohn einhalten, das Nachsehen haben.

    Ob „Mein Taxi“ letztendlich den Betrieb aber wirklich schließen will, sei bei dem Gütetermin unklar geblieben. Das Taxiunternehmen habe zumindest keine weiteren betrieblichen Verträge gekündigt, um dies glaubhaft belegen zu können. Der nächste Termin ist am 5. November.

    Mit dem Taxi ins Prekariat DPA Bildfunk Mit dem Taxi ins Prekariat