Tarifnews

    Auch soziale Absicherung im Paket

    ver.di und Uniper SE einigen sich auf umfangreiches Tarifpaket

    23. August 2017 | Nach monatelangen Auseinandersetzungen und Verhandlungen zu den zukünftigen Arbeits- und Einkommensbedingungen der Beschäftigten im Energieversorgungskonzern Uniper SE haben sich ver.di und der Arbeitgeberverband auf einen Tarifkompromiss verständigt. Er enthält eine Vielzahl von unterschiedlichen Regelungen, die größtenteils zum 1. Januar 2018 in Kraft treten sollen. Beide Parteien haben eine Erklärungsfrist bis zum 30. September 2017 vereinbart. ver.di wird das Ergebnis in Mitgliederversammlungen beraten und bewerten und ihre zuständigen Gremien einbeziehen. 

    „Vor dem Hintergrund der weiterhin schwierigen politischen Rahmenbedingungen zur Zukunft der Kohleverstromung ist diese langfristige Absicherung für unsere Mitglieder sehr wichtig.“

    Immo Schlepper, ver.di-Verhandlungsführer

    Als Erfolg betrachtet ver.di im Rahmen des Tarifpaketes den Abschluss eines Tarifvertrages zur sozialen Absicherung, der unter anderem betriebsbedingte Kündigungen ausschließt und die Inanspruchnahme von Vorruhestandsregelungen ermöglicht. Dieser Tarifvertrag hat eine Mindestlaufzeit bis Ende 2022. „Vor dem Hintergrund der weiterhin schwierigen politischen Rahmenbedingungen zur Zukunft der Kohleverstromung ist diese langfristige Absicherung für unsere Mitglieder sehr wichtig“, sagte Immo Schlepper, ver.di-Verhandlungsführer.

    Weiterhin soll die bestehende Anzahl von Ausbildungsplätzen und -standorten im Konzern abgesichert werden. Mit Beendigung der Ausbildung soll ein Übernahmeanspruch von mindestens zwölf Monaten bestehen.

    Die Arbeitgeberseite konnte sich mit ihren geforderten Einschnitten in das Tarifniveau unter anderem mit der Streichung des Weihnachtsgeldes, Treuegeldes, vermögenswirksamen Leistungen etc. weitestgehend nicht durchsetzen. Allerdings müssen die Beschäftigten ab dem 1. Januar 2018 auf ihre individuelle Leistungskomponente verzichten. Im Gegenzug wird jedoch im Januar 2018 eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro und ab 1. Januar 2019 eine Erhöhung der Vergütungen um einheitlich 50 Euro gewährt.

    Zu dem umfangreichen Tarifpaket gehört auch ein Sonderbonus für Gewerkschaftsmitglieder. Ab 2018 sollen nur sie eine jährliche Einmalzahlung von 400 Euro erhalten. Der Tarifvertrag soll eine Mindestlaufzeit bis Ende 2024 haben. Immo Schlepper: „Das ist ein Novum in der Konzerngeschichte E.ON/Uniper.“

    Geld ist genug da! Karmann/DPA 400 Euro Einmalzahlung nur für ver.di-Mitglieder