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    Für den Tarifvertrag

    Streiks bei Amazon gehen weiter

    30. März 2016 | Bei Amazon in Leipzig und in Graben in der Nähe von Augsburg wird auch heute erneut gestreikt. ver.di-Streikleiter Thomas Schneider aus Leipzig: „Gestern sind schon viele Bestellungen aus den Osterfeiertagen liegen geblieben, da wird die Fortsetzung des Streiks nochmals zu erheblichen Verzögerungen bei den Auslieferungen führen.“ Die betroffenen Kunden sollten sich bei der Geschäftsführung von Amazon beschweren, denn die zwinge durch ihre Verweigerungshaltung zu den immer wiederkehrenden Streiks. Ein Marktführer ohne Tarifbindung sei nicht tolerierbar, so Schneider.

    Postkarten-Aktion „Mein Herz schlägt für die Amazon-Beschäftigten“ ver.di Postkarte „Mein Herz schlägt für die Amazon-Beschäftigten“

     

    „Amazon nutzt alle Vorteile in unserem Land, ohne die gut ausgebauten Straßen, die guten Internetverbindungen wäre so ein Geschäftsmodell gar nicht denkbar, doch den sozialen Verpflichtungen entzieht sich Amazon. Durch die Verweigerung den branchenüblichen Tarifvertrag anzuwenden, organisiert sich Amazon Wettbewerbsvorteile, das ist nicht auf Dauer nicht hinnehmbar“, sagte ver.di-Fachbereichsleiter für den Handel in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Jörg Lauenroth-Mago.

     

    „Die Beschäftigten lassen in ihrem Druck für einen Tarifvertrag nicht nach."

    Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

    ver.di fordert die Anwendung des Tarifvertrages für den Einzel- und Versandhandel auch für Amazon, doch das Unternehmen verweigert die Aufnahme von Tarifverhandlungen. Es hat jedoch auf Grund der Streiks in den letzten drei Jahren die Gehälter und Löhne immer wieder etwas erhöht, zuletzt im September. Amazon zahlt aber kein Urlaubsgeld und gewährt ab 2016 nur noch 28 Arbeitstage Urlaub.

    Bereits in den vergangenen Tagen hatten Beschäftigte an den Standorten Koblenz, Leipzig, Bad Hersfeld, Pforzheim, Rheinberg und Werne die Arbeit nieder gelegt und gestern auch schon in Leipzig und Graben. Die kurzfristigen Streikaufrufe und unterschiedlich getakteten Streiktage bringen Amazon in Bedrängnis. Das Unternehmen hat Schwierigkeiten, sich innerhalb weniger Stunden auf die flexible Streikstrategie einzustellen.

    „Die Beschäftigten lassen in ihrem Druck für einen Tarifvertrag nicht nach. Sie wollen verlässlich geregelte, gute Arbeitsbedingungen und existenzsichernde Löhne und keine Situation, in der Amazon freihändig von heute auf morgen die Arbeitsbedingungen verändern kann. Das ist der zentrale Konflikt“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.