Tarifnews

    Streiks brachten den Erfolg

    Universitätsklinikum Leipzig: 7,3 Prozent mehr Geld in vier Stufen

    Leipzig, 2. April 2017 | In den Abendstunden des 31. März konnte ver.di eine Tarifeinigung für die Beschäftigten am Universitätsklinikum Leipzig erzielen. Von dem Ergebnis profitieren rund 3.900 Beschäftigte und Auszubildende in der Krankenpflege.

    Die Einkommen sollen demnach in vier Schritten angehoben werden: Ab 1. April 2017 um 2,3 Prozent und ab 1. Oktober um weitere 1,7 Prozent, also insgesamt 4 Prozent höhere Entgelte in 2017. Am 1. Februar 2018 sollen dann weitere 2 Prozent und ab 1. September 2018 nochmals 1,3 Prozent folgen. Für die Auszubildenden sollen sich die Vergütungen jeweils am 1. Februar um jeweils 40 Euro erhöhen, für die Auszubildenden in der Pflege um 55 bzw. 50 Euro. Außerdem wurden mehr Urlaubstage durchgesetzt. Die vom Arbeitgeber vorgesehene Gegenfinanzierung durch die Streichung der variablen Jahressonderzahlung in Höhe von 20 Prozent ist vom Tisch. Die Laufzeit der Tarifverträge beträgt 23 Monate und endet am 31. Dezember 2018.

    Die Streiks hätten Bewegung in die Tarifverhandlungen gebracht, sagte Wolfgang Pieper, Verhandlungsführer der ver.di-Tarifkommission. Die Beschäftigten reagierten mit der Arbeitsniederlegung einen Tag vor den Verhandlungen auf das nicht verhandlungsfähige Angebot des Klinikumvorstandes. Bereiche wie OP, Anästhesie, Herzkatheder, Endoskopie und Zentralsterilisation waren gänzlich geschlossen geblieben. Auch auf den Stationen beteiligten sich zahlreiche Beschäftigte. Rund 800 Beschäftigte streikten am 30. März, nachdem am 8. März schon einmal 350 Beschäftigte gestreikt hatten.

    „Der Streik hat sich für die Beschäftigten gelohnt, denn sie haben jetzt gegenüber dem Angebot des Klinikumsvorstands mehr als 4,1 Prozent höhere Einkommen durchgesetzt“, sagte Wolfgang Pieper. Zu dem Ergebnis wird ver.di eine Mitgliederbefragung durchführen, denn „bei ver.di entscheiden die Mitglieder“, betonte der Verhandlungsführer.

    Geld ist genug da! Karmann/DPA  –