Tarifnews

    Tarifbindung zahlt sich aus

    Was Verkäufer/innen im Einzelhandel verdienen

    7. Juni 2013 | Das Bruttomonatseinkommen von Verkäuferinnen und Verkäufern im Einzelhandel beträgt auf Basis einer 38-Stunden-Woche ohne Sonderzahlungen durchschnittlich 1.890 Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Internetportals www.lohnspiegel.de, das vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut, dem WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird. An der Umfrage haben sich rund 1.400 Verkäuferinnen und Verkäufer beteiligt. „Unsere Daten zeigen eine große Unzufriedenheit der Beschäftigten mit ihrem Einkommen“, sagt WSI-Tarifexperte Reinhard Bispinck: „62 Prozent der Befragten geben an, dass sie mit ihrer Bezahlung überhaupt nicht zufrieden bzw. eher unzufrieden sind.“ Die Ergebnisse im Detail:

    Berufserfahrung

    Das Einkommen der Verkäufer/innen steigt mit der Dauer der Berufserfahrung. Allerdings ist der Einkommenszuwachs nicht sehr hoch. Bei einer Berufserfahrung von bis zu einem Jahr beträgt das durchschnittliche Monatseinkommen rund 1.700 Euro, bei mehr als 20 Jahren steigt es auf 2.030 Euro. Dies bedeutet einen Einkommenszuwachs von gerade einmal 330 Euro.

    Männer/Frauen

    Auch im Einzelhandel gibt es einen Gender Pay Gap: Das Einkommen der Verkäuferinnen liegt im Durchschnitt mit 1.830 Euro rund 180 Euro unter dem ihrer männlichen Kollegen. Dies macht einen Einkommensnachteil von 8,9 Prozent aus. Zudem arbeiten Verkäuferinnen deutlich häufiger in Teilzeit – die Quote liegt bei 60 Prozent. Unter den Verkäufern haben lediglich 10 Prozent keine volle Stelle.

    Befristung

    Verkäufer/innen mit befristeter Beschäftigung liegen mit ihrem Einkommen unter dem ihrer Kollegen/innen mit unbefristetem Vertrag. Ihr monatliches Durchschnittseinkommen beträgt 1.730 Euro. Es fällt damit gut 11 Prozent niedriger aus als das Einkommen von unbefristet Beschäftigten mit 1.945 Euro.

    West/Ost

    Während in Westdeutschland eine Verkäuferin oder ein Verkäufer durchschnittlich 1.940 Euro erhält, bekommt sie/er in Ostdeutschland 1.740 Euro. In den neuen Bundesländern verdienen Verkäufer/innen damit rund 10 Prozent weniger als ihre Kollegen/innen in den alten Bundesländern.

    Tarifbindung

    Verkäufer/innen profitieren in jedem Fall von der Tarifbindung. In tarifgebundenen Betrieben liegt ihr Monatseinkommen mit durchschnittlich 2.050 Euro rund 11 Prozent über dem Gehalt ihrer Kollegen und Kolleginnen in nicht tarifgebundenen Betrieben. Dieser Vorteil zeigt sich auch bei Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld: Über 80 Prozent der Verkäufer/innen aus tarifgebundenen Betrieben geben an, diese Sonderzahlungen zu erhalten, bei den nicht tarifgebundenen Betrieben ist das nur bei rund 45 Prozent der Verkäufer/innen de