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    Bargeldversorgung kann eingeschränkt sein

    Beschäftigte der Geld- und Wertbranche streiken bundesweit

    26. Januar 2017 | Die Beschäftigten der Geld- und Wertbranche fordern mehr Lohn. Dafür treten sie am Freitag, 27. Januar 2017, bundesweit in den Warnstreik. ver.di rechnet damit, dass sich über 40 der bundesweit etwa 100 Firmenstandorte an den Arbeitsniederlegungen beteiligen. Die Warnstreiks können sich auch auf die Bargeldversorgung auswirken.

    „Es kann nicht sein, dass Beschäftigte, die jeden Tag die Bargeldversorgung im Land sichern, am Ende des Monats oft selbst ohne Geld da stehen.“

    Volker Nüsse, ver.di-Verhandlungsführer

    „Die Beschäftigten erhöhen den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde. Die Entschlossenheit wächst, faire Löhne durchzusetzen und die Branche aus dem Niedriglohnbereich zu führen. Es kann nicht sein, dass Beschäftigte, die jeden Tag die Bargeldversorgung im Land sichern, am Ende des Monats oft selbst ohne Geld da stehen“, sagte Verhandlungsführer Volker Nüsse.

    Obwohl die rund 11.000 Beschäftigten bundesweit die gleiche Arbeit verrichten, klaffen die Löhne extrem auseinander und bewegen sich zum Teil im Niedriglohnbereich. Während etwa im mobilen Geld- und Werttransport Nordrhein-Westfalen 15,73 Euro in der Stunde bezahlt werden, erhalten die Beschäftigten in den ostdeutschen Bundesländern inklusive Berlin nur 11,24 Euro – eine Differenz von 4,49 Euro. Beschäftigte in der Geldbearbeitung (stationäre Dienstleistung) erhalten zudem in den ostdeutschen Ländern nur 9,33 Euro. „Da muss deutlich mehr drin sein. Das letzte Angebot der Arbeitgeber läuft darauf hinaus, dass sich der Abstand zwischen NRW und dem Osten im ersten Jahr von 4,49 Euro auf 4,34 Euro verringert. Bei solchen Schritten brauchen wir für eine Angleichung der Löhne 30 Jahre. Das ist inakzeptabel“, sagte Nüsse.

    ver.di fordert eine Erhöhung der Löhne um 1,50 Euro in der Stunde und eine deutliche Angleichung der Entgelte in den unterschiedlichen Regionen und Bereichen. Die Arbeitgeber hatten zuletzt Erhöhungen zwischen 26 und 50 Cent angeboten.

    Die nächste Verhandlungsrunde findet am 31. Januar 2017 in Frankfurt am Main statt. Zuletzt hatten am 13. Januar 2017 über 1.000 Beschäftigte in neun Bundesländern gestreikt.

    Geld ist genug da! Karmann/DPA ver.di fordert eine deutliche Angleichung der Entgelte in den unterschiedlichen Regionen