Tarifnews

    Heute Kundgebung in Mannheim

    Warnstreiks beim Deutschen Roten Kreuz

    14. Mai 2018 | Die Beschäftigten beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) fordern ein verhandlungsfähiges Angebot von ihrem Arbeitgeber. Das ist aber bislang noch nicht in Sicht. Deshalb erhöht ver.di den Druck vor der dritten Verhandlungsrunde im bundesweiten Tarifkonflikt mit dem DRK und hat heute Beschäftigte im Geltungsbereich des DRK-Reformtarifvertrags in mehreren Bundesländern zu Warnstreiks aufgerufen. In Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz beteiligten sich bereits mehrere Hundert Beschäftigte an den Warnstreiks. Am heutigen Dienstag werden die Arbeitskampfmaßnahmen ausgeweitet; dann wird es auch Ausstände im Saarland geben. Zu einer Kundgebung in Mannheim erwartet ver.di mehrere Hundert Streikende. Die Notversorgung ist für den Rettungsdienst und in den Krankenhäusern durch entsprechende Vereinbarungen gesichert. Die dritte Runde der Tarifverhandlungen findet am Mittwoch und Donnerstag in Berlin statt.

    „Mit ihren Warnstreiks und Aktionen erhöhen die Beschäftigten jetzt den Druck auf die Arbeitgeber, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen.“

    Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstandsmitglied

    „Mit ihren Warnstreiks und Aktionen erhöhen die Beschäftigten jetzt den Druck auf die Arbeitgeber, endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen“, sagte Sylvia Bühler, Mitglied im ver.di-Bundesvorstand. In der laufenden Tarifrunde fordert ver.di Entgeltsteigerungen von 7,5 Prozent, mindestens jedoch 200 Euro pro Monat. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 150 Euro pro Monat angehoben werden.

    Die Arbeitgeber haben bisher eine Einmalzahlung in Höhe von 220 Euro zum April 2018 angeboten; ab 1. Juli 2018 soll es eine Entgeltsteigerung von 2,4 Prozent und ab 1. Juli 2019 weitere 2,2 Prozent geben, so die Vorstellungen der Arbeitgeber. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler sagte, dieses Angebot sei nicht akzeptabel. ver.di lasse nicht zu, dass die Beschäftigten beim DRK von der allgemeinen Tarifentwicklung abgehängt werden. 

    Die Beschäftigten haben die klare Erwartung an die Arbeitgeber, die Arbeitsplätze attraktiv zu gestalten. Ein zeitgemäßer Tarifvertrag soll neue Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für ein altersgerechtes Arbeiten und für Gesundheitsschutz schaffen.

    Bundesweit arbeiten beim DRK insgesamt rund 150.000 Menschen. Für rund 50.000 Beschäftigte gelten die zwischen ver.di und der Bundestarifgemeinschaft DRK tariflich vereinbarten Arbeits- und Entgeltbedingungen. Die Beschäftigten beim DRK arbeiten im Rettungsdienst, im Krankenhaus, in der Altenpflege, in der Behindertenpflege, in Kindertagesstätten, der Kinder- und Jugendhilfe, in der Bildungsarbeit und im Blutspendedienst.

    Die DRK-Betreuungsdienst Westfalen-Lippe gGmbH bezahlt ihre Beschäftigten nach dem Hotel- und Gaststättentarif. Silas Stein/dpa Tarifrunde Deutsches Rotes Kreuz: Warnstreiks und Kundgebung vor der dritten Verhandlungsrunde  –