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    Wasser- und Schifffahrtsverwaltung

    Streiks in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung

    5. Juli 2013 | ver.di hat zu mehrtägigen Streiks im Schiffsverkehr und an den Schleusen aufgerufen, zunächst in Nordrhein-Westfalen und in Baden Württemberg, danach geht es auch in anderen Bundesländern weiter. Hintergrund ist die Verweigerung der Bundesregierung zu Tarifverhandlungen ohne Vorbedingungen. Es geht um die Absicherung der Beschäftigten beim Umbau ihrer Einrichtungen und Behörden.

    Die Streikenden an der Schleuse Meiderich die die Einfahrt vom Rhein in den Rhein-Herne-Kanal ermöglicht. Foto: Geisheimer/attenzione Schleusenstreik

     

    Bei einer Urabstimmung Ende April hatten bereits mehr als 95 Prozent der ver.di-Mitglieder in der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung für einen Streik gestimmt. Der Streikbeginn wurde von ver.di allerdings wegen der bundesweiten Hochwasserlage mehrfach verschoben.

    Durch den geplanten Umbau der Einrichtungen und Behörden der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung werden voraussichtlich bis zu ein Viertel der rund 12.000 Arbeitsplätze wegfallen. „Nachdem die Verhandlungen über einen Schutz der Beschäftigten am Widerstand des Bundes, einvernehmliche Regelungen zu treffen, gescheitert sind, bleibt der Streik als letztes Mittel, um den Abschluss eines Tarifvertrages zu erzwingen“, betonte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Achim Meerkamp.

    Ab Montag sollte zunächst der gesamte Schiffsverkehr auf den Kanälen in Nordrhein-Westfalen für mehrere Tage zum Erliegen zu kommen. Allein in Nordrhein-Westfalen sind rund 3.000 Arbeitsplätze durch den geplanten Umbau des Schiffsverkehrs betroffen. Sämtliche Schleusen des Dortmund-Ems-Kanals, des Weser-Datteln-Kanals und des Rhein-Herne-Kanals in Nordrhein-Westfalen sollen deshalb geschlossen bleiben. ver.di hat Beschäftigte und Auszubildende mit Beginn der Frühschicht zum unbefristeten Streik aufgerufen.

    Auch in Baden Württemberg rief ver.di zum Streik ab Montag auf. Die Arbeitsniederlegungen sollen dann am Dienstag auf Niedersachsen, Bremen sowie Bayern und später auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt werden. Ausgenommen sind alle Beschäftigten, die mit der Bewältigung der Flutfolgen befasst sind.

    Die Schließung der Schleusen wird vor allem große Auswirkungen auf Gütertransporte, aber auch auf die Fahrgastschifffahrt haben. Millionen Tonnen Kohle, Chemikalien und Düngemittel werden jährlich über die Kanäle in NRW transportiert. Meerkamp appellierte an das Verständnis der unmittelbar Betroffenen. Nur durch den Streik sei es möglich, Druck auf die Bundesregierung auszuüben, um eine Absicherung für die betroffenen Beschäftigten zu erzielen, nachdem der Bund bislang keine Lösung am Verhandlungstisch erzielen wollte.

    ver.di fordert den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sowie den Ausschluss betriebsbedingter Versetzungen.