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    Den Kitas fehlen Erzieher/innen

    Frühkindliche Förderung

    Den Kitas fehlen Erzieher/innen

    ver.di fordert höhere Investitionen in die frühkindliche Bildung. „Ein bedarfsgerechter Ausbau der frühkindlichen Bildung, der dem Bildungsanspruch Rechnung trägt, verlangt bessere Bedingungen für Kinder und pädagogische Fachkräfte“, so Achim Meerkamp aus dem ver.di-Bundesvorstand. Gestärkt sieht Meerkamp die ver.di-Forderungen durch die neueste Veröffentlichung des Ländermonitors Frühkindliche Bildungssysteme der Bertelsmann-Stiftung.

    Die Studie kommt zu ernüchternden Ergebnissen, wenn es um die bisherigen Bemühungen der Bundesländer um frühe Förderung in Kitas geht.  Die Qualität der so hoch gelobten frühkindlichen Bildung lässt oft zu wünschen übrig, weil viele Kitas schlichtweg nicht genug Erzieherinnen haben. „ Die Qualität der frühkindlichen Bildung kann nicht von der Qualtät der Arbeitsbedingungen der pädagogischen Fachkräfte getrennt werden“, betont Achim Meerkamp von ver.di. Aktuell erfolge der Ausbau der Kitas aufgrund des gesetzlichen Anspruchs auf frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege vom ersten Lebensjahr aber auf Kosten der Qualität.

    Dies zeigt auch der Ländermonitor mehr als deutlich: Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt eine Erzieherin für höchstens drei Kinder bei den unter Dreijährigen. Ab drei Jahren sollte der Personalschlüssel nicht schlechter als 1:7,5 sein, so die Empfehlung. 

    Davon sind die Bundesländer nach wie vor unterschiedlich weit entfernt.  In Bremen und Baden-Württemberg ist eine Erzieherin durchschnittlich für drei, in Sachsen-Anhalt dageben für mehr als sechs Kinder verantwortlich.  Im Alltag sieht es noch schlechter aus. Wegen Teamgesprächen, Nachbereitung, Fortbildung und Urlaub können Erzieherinnen nur 75 Prozent ihrer Arbeitszeit für pädagogische Arbeit nutzen. Im Osten betreut eine Erzieherin tatsächlich mindestens acht Kinder, im Westen fünf.

    Der Ländermonitor stellt klar: „Politik und Praxis sollten sich auf bundesweite, kindgerechte Standards einigen, damit alle Kita-Kinder in Deutschland gute Bildungschancen haben“, heißt es darin.  Diese Standards müssten in einem Bundes-Kita-Gesetz geregelt werden. Denn der Kita-Rechtsanspruch habe die Bundesländer gezwungen, die Quantität der Kita-Plätze zu erhöhen. Um die empfohlenen Personalschlüssel bundesweit anzupassen, sind 120 000 zusätzliche Erzieher/innen erforderlich. 

    ver.di hat in einem ausgearbeiteten Regelungsentwurf bundesweite Mindeststandards formuliert, die aus der Praxis erarbeitet wurden.  „Frühkindliche Bildung ist ein wesentliches Element der Realisierung von Grundrechten von Kindern und deren Eltern. Ausgaben in diesem Bereich sind gesellschaftlich notwendig und Investitionen für die Zukunft“, so Meerkamp.

    Infos zum ver.di-Regelungsentwurf