Eigentum verpflichtet

    Kik muss endlich zahlen

    Kein feuerrotes Spielmobil

    Berlin, 28. Oktober 2015 – Mit der Aufschrift „In einer Kik-Jeansfabrik verbrannten hunderte Menschen – Make Kik Pay“ rollen heute und am 30. Oktober feuerrote Velo-Taxis durch Berlin. Mit der Aktion erhöhen INKOTA, die Kampagne für Saubere Kleidung, der auch ver.di angehört, und internationale Partner den Druck auf den Textildiscounter Kik, der sich seit mehr als zwei Jahren weigert, die Opfer des Fabrikbrandes von Ali Enterprises in Pakistan angemessen zu entschädigen.

    Aktion für die Opfer des Fabrikbrandes bei Ali Enterprises in Pakistan, die bis heute auf Schadensersatzzahlungen von Kik warten Foto: Christian Jungeblodt Aktion für die Opfer des Fabrikbrandes bei Ali Enterprises in Pakistan, die bis heute auf Schadensersatzzahlungen von Kik warten


    „Wir gehen erneut an die Öffentlichkeit, damit Kik an den Verhandlungstisch zurückkehrt und der eingegangenen Verpflichtung nachkommt.“, sagt Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk. Neben INKOTA und der Kampagne für Saubere Kleidung stehen das pakistanische Institute of Labour Education and Research (PILAR) und die internationalen Gewerkschaftsverbände IndustriALL und UNI hinter der Aktion.

    Die Strategie, Kiks Fehlverhalten immer wieder öffentlich zu machen, hatte schon einmal Erfolg: Nach dem Brand von Ali Enterprises am 11. September 2012, bei dem mindestens 289 Menschen ums Leben kamen, hatte Kik auf öffentlichen Druck hin ein rechtsverbindliches Memorandum of Unterstanding (MoU) unterzeichnet und eine Million US-Dollar Soforthilfe an die Opfer und ihre Familien geleistet. Den ebenso vereinbarten langfristigen Schadensersatzzahlungen an die Opfer ist Kik aber bis heute nicht nachgekommen.

    Opfer müssen Klagerecht haben

    Am 28. und am 30. Oktober werden deshalb mehrere feuerrote Velo-Taxis Kik-Filialen in Berlin ansteuern, um die Öffentlichkeit darüber zu informieren und zur Unterzeichnung einer Petition an Kik zu bewegen. Auch vor dem Kanzleramt und dem Bundestag werden die mit lodernden Flammen versehenen Protest-Taxis Halt machen. „Dieser Fall macht deutlich, dass in Sachen Sorgfaltspflicht von Unternehmen bestehende Lücken geschlossen werden müssen. Das ist Aufgabe der Bundregierung“, sagt Berndt Hinzmann. Dazu gehöre ein unabhängiges und gut funktionierendes Beschwerde- und Klageverfahren für Opfer und die Reformierung der Leitsätze der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) für multinationale Unternehmen. „Aber auch der Ausbau des Ordnungswidrigkeiten- und Haftungsrechts mit Blick auf strafbares Verhalten im Unternehmensbereich ist entscheidend“. so Hinzmann.