Internationales

    Die Globalisierung hat ihren Preis

    Internationale Gewerkschaftsarbeit

    Die Globalisierung hat ihren Preis

    Globalisierung hat ihren Preis Foto: ver.di Abbildung Ausweis Internationale Solidarität

    Sichere Arbeits- und Lebensbedingungen, eine gute Gesundheitsversorgung, die Möglichkeit, sich persönlich zu entfalten - schlichte Bedürfnisse, deren Befriedigung für viele Menschen weltweit keineswegs Selbstverständlichkeiten sind. Im Gegenteil: Die zerstörerischen Kräfte eines von kurzfristigen Profitinteressen geleiteten Weltwirtschaftssystems treiben die Schere zwischen Arm und Reich auch global weiter auseinander. Mit dem Siegeszug der neoliberalen Ideologie findet eine neue Form der kapitalistischen Landnahme statt, in der menschliche Grundbedürfnisse wie der Zugang zu sauberem Wasser und Saatgut allein der Marktlogik unterworfen werden. Während die industrielle Produktion hierzulande zurückgeht, ist sie in vielen anderen Ländern ein Wachstumsbereich. Denn da das Leben auf dem Land aufgrund der sich verschärfenden Bedingungen immer prekärer wird, haben viele Firmen in den Ländern des Südens trotz miserabler Löhne und unvorstellbarer Arbeitsbedingungen kein Problem, genug Arbeitskräfte zu finden. Dort werden Elektroartikel und Textilien für den Weltmarkt produziert, die einige Tage später auch in unseren Geschäften zu finden sind – meist zu Niedrigstpreisen.

    Den Druck auf internationale Unternehmen erhöhen

    ver.di setzt sich seit Jahren mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und Nichtregierungsorganisationen dafür ein, dass soziale und arbeitsrechtliche Mindeststandards auch in diesen Ländern eingehalten werden. Ein Hebel ist dabei, auf die international bekannten Unternehmen Druck zu machen, die die Aufträge an unbekannte Zulieferfirmen vor Ort vergeben. Darüber hinaus setzt sich ver.di dafür ein, dass bei öffentlicher Auftragsvergabe nicht nur auf die Existenz von Tarifverträgen, sondern bei der Beschaffung von Computern und anderen Bedarfsmitteln auch auf die Arbeitsbedingungen bei den Herstellern geachtet wird.
     
    Ein weiterer Schwerpunkt im Themenfeld Internationales ist für ver.di die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. Diese würde zur Regulierung und Entschleunigung der Finanzmärkte beitragen, der Spekulation auf Staatsbankrotte und -krisen wäre ein Riegel vorgeschoben. ver.di beteiligt sich an einem Bündnis von 60 Nichtregierungsorganisationen und hat dazu aufgerufen, die Idee im Rahmen einer Online-Petition zu unterstützen. Mit der Einführung der Steuer soll erreicht werden, dass auch der Finanzsektor einen dauerhaften und nachhaltigen Beitrag zur Bewältigung der Krisen und ihrer Folgen leistet, die durch ihn verursacht wurden. Dies kann über die Einführung einer geringen Steuer von etwa 0,05 Prozent auf alle spekulationsrelevanten Finanztransaktionen (Währungen, Aktien und andere Finanzprodukte) geschehen. Diese Steuer würde zunächst zur Stabilisierung des Finanzsystems beitragen, das so eingenommene Geld könnte sodann zur Folgenbewältigung der Weltwirtschaftskrise ebenso eingesetzt werden wie zur langfristigen Finanzierung von Entwicklung und Armutsbekämpfung weltweit.

    Weiterführende Informationen:

    Weitere Artikel zu diesem Thema:

    Vor Ort

    Sie wollen mal mit ver.di-Leuten reden? Fragen stellen oder reinschnuppern? Finden Sie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Ihrer Nähe.

    Interaktive Karte Ansprechpartner finden

    Newsletter

    Sie wollen informiert bleiben? Dann registrieren Sie sich und erhalten Sie Ihren persönlichen Newsletter mit allen News und Infos zu unseren Aktionen und Kampagnen.

    Jetzt abonnieren Immer informiert!