Internationales

    Die Ressource Wasser schützen

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    Wasser ist Menschenrecht – an jedem Tag

    Anlässlich des Weltwassertags fordert ver.di eine Reformierung des Düngegesetzes und der Düngeverordnung, um das Grundwasser vor Überdüngung zu schützen. Sauberes Wasser ist lebensnotwendig und scheint vielen Menschen hierzulande selbstverständlich, doch sauberes Trinkwasser ist weltweit eben nicht für alle Menschen zugänglich. In mehr als 30 Ländern der Erde sind die Menschen derzeit von akutem Wassermangel bedroht. 80 Prozent aller Krankheiten in armen Ländern gehen auf verschmutztes Trinkwasser zurück, schreibt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Und Worldwaterday.org betonen, 1,8 Milliarden Menschen trinken verschmutztes Wasser mit dem Risiko, schwere Krankheiten wie Cholera und Typhus zu bekommen.

    Sauberes Wasser wird immer knapper und teurer Foto: Buettner/dpa Bildfunk Sauberes Wasser wird immer knapper und teurer  –


    Während Hitze und Dürre in vielen Regionen Wasser zum knappen Gut machen, greifen auch Privatunternehmen nach der Ressource, um damit Geld zu machen. Zusätzlich wird Wasser durch Abfälle, Medikamentenreste und Dünger belastet und auch dadurch weiter verknappt. Um deutlich zu machen, wie wichtig der Zugang zu Wasser ist und wie kostbar dieses Gut ist, wird seit 1993 jeweils am 22. März der Weltwassertag begangen. Er ist ein Ergebnis der UN-Weltkonferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro und wurde von der UN-Generalversammlung ausgerufen. (Mehr erfahren: World Water Day)

    Was ist im Wasser?

    In diesem Jahr befassen sich die Veranstaltungen und der Weltwasserbericht mit den Themen Abwasser und Abwassernutzung. Ein wesentliches Problem ist neben Umweltverschmutzungen und Medikamentenbelastungen auch der Dünger im Wasser. „Die Reformierung des Düngegesetzes und der Düngeverordnung ist seit langem überfällig. Überdüngung gefährdet Grundwasser und Oberflächengewässer“, kritisierte Andreas Scheidt, ver.di-Bundesvorstandsmitglied. Die Bundesregierung hätte längst schärfere Regelungen setzen müssen, vor allem nachdem die EU-Kommission wegen andauernder Verletzung der Nitrat-Richtlinie geklagt habe. Im Ergebnis müssen die Trinkwasserversorger immer mehr teure Technik einsetzen, um einwandfreies Trinkwasser aus dem Hahn zu ermöglichen. Wenn aber die Ressource Wasser nur kostenintensiv zu sauberem Trinkwasser verarbeitet werden könne, dann würde als Folge vielen Menschen der Zugang dazu verwehrt. Scheidt betonte, die Verwirklichung des Menschenrechts auf Wasser hänge von schärferen Regeln zur Reinhaltung ab.

    Für das Menschenrecht auf Wasser setzt sich ver.di bereits seit Jahren intensiv ein. Die Europäische Bürgerinitiative „Wasser ist Menschrecht“, die in Deutschland federführend von ver.di organisiert wurde, sammelte 2012/2013 Unterschriften, allein 1,38 Millionen Menschen unterzeichneten in Deutschland. Zuletzt hatten sich europaweit über 1,9 Millionen Bürgerinnen und Bürger mit ihrer Unterschrift für das Menschenrecht auf Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung sowie für eine öffentliche Wasserversorgung ausgesprochen. Sie haben damit auch erstmals das Quorum einer Europäischen Bürgerinitiative von einer Million Unterschriften in zwölf Ländern in einem Jahr erfüllt. Bei „Wasser ist Menschenrecht“ geht es auch darum, zu verhindern, dass Wasser zur Handelsware wird. (Mehr erfahren: ver.di-Initiative Wasser ist Menschenrecht)

    Aktuell ist das in Griechenland ein Problem. Dort wollen Privatkonzerne auf die Wasserversorgung zugreifen. Gegen die Privatisierung der beiden größten Wasserwerke in Athen und Thessaloniki wenden sich auch Initiativen in Deutschland. Bereits 2014 waren Privatisierungsversuche am Widerstand der griechischen Bevölkerung gescheitert. Mehr als 213.000 Menschen, 98 Prozent der abgegebenen Stimmen, hatten damals das entsprechende Referendum unterzeichnet. Jetzt unternimmt die EU einen neuen Anlauf zur Privatisierung. Steigende Preise und eine schlechtere Versorgung werden befürchtet, deshalb haben schon rund 100.000 Menschen die Petition von Campact „Wasser ist Menschenrecht – Stoppt die Wasserprivatisierung in Griechenland“ unterzeichnet.

    Text: Marion Lühring

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