Gleichstellung

    Wahlen zu den Schwerbehindertenvertretungen 2014

    Die starke Seite wählen

    Insgesamt zehn Millionen behinderte Menschen leben in Deutschland, davon sieben Millionen Schwerbehinderte. Unter den Schwerbehinderten gelingt es einer Million, am Erwerbsleben teilzunehmen. Würde in der Arbeitswelt mehr unternommen, um behinderte Beschäftigte zu integrieren und ihre Arbeitsplätze behindertengerecht auszustatten, könnte der Anteil höher liegen. Zwölf Prozent der Bevölkerung sind stark oder weniger stark behindert, etwa gleich viele Frauen wie Männer. Um ihre Rechte am Arbeitsplatz kümmern sich Schwerbehindertenvertretungen, und diese treten im Herbst zu Wahlen an.

    Meist ist die Arbeit selbst die Ursache für die gesundheitliche Beeinträchtigung.

    Insgesamt 63 Prozent der Beschäftigten mit Behinderung arbeiten in einem Betrieb oder in einer Behörde mit einer Schwerbehindertenvertretung. Höher ist der Anteil, wenn es bereits Betriebs- oder Personalräte gibt, dann steigt er auf 85 Prozent. Schwerbehindertenvertretungen kümmern sich um die besonderen Interessen schwerbehinderter Beschäftigter und ihnen gleichgestellter Arbeitnehmer/innen. Sie wirken aber auch daran mit, dass die Arbeit gar nicht erst zu gesundheitlichen Dauerschäden und Schwerbehinderungen führt. Laut Sozialgesetzbuch werden sie für jeweils vier Jahre in Betrieben und Dienststellen gewählt, in denen wenigstens fünf Schwerbehinderte oder ihnen gleichgestellte Beschäftigte arbeiten.

    Meist ist die Arbeit selbst die Ursache für die gesundheitliche Beeinträchtigung: Mehr als ein Viertel der behinderten Beschäftigten, die älter als 50 Jahre sind, führen ihre Behinderung auf ihre berufliche Tätigkeit zurück. Das ergab eine Sonderauswertung der Repräsentativumfrage des DGB-Index Gute Arbeit, die jetzt aktuell erscheint. Und auch das kam heraus: Nur die Hälfte der Beschäftigten, die eine Behinderung haben, arbeitet an einem behindertengerecht ausgestatteten Arbeitsplatz – und das obwohl die allermeisten einen Rechtsanspruch darauf haben. Die Chance auf einen behindertengerechten Arbeitsplatz steigt jedoch deutlich an, wenn im Betrieb eine Schwerbehindertenvertretung gewählt wurde.

    Mangelnde Wertschätzung

    Es gibt noch einiges zu tun: 60 Prozent der Beschäftigten mit Behinderung leiden unter Arbeitshetze, 39 Prozent unter Lärmbelästigung und 39 Prozent vermissen die nötige Wertschätzung durch ihre Vorgesetzten. So ist es wenig verwunderlich, dass nur 37 Prozent der Beschäftigten mit einer Behinderung davon ausgehen, dass sie unter ihren derzeitigen Arbeitsbedingungen bis zur Rente durchhalten.

    Wie wichtig eine Schwerbehindertenvertretung für die Betroffenen ist, zeigt sich auch in dieser Zahl: 47 Prozent der Beschäftigten mit Behinderung geben an, schon einmal die Hilfe der Interessenvertretung in Anspruch genommen zu haben. In erster Linie brauchten sie Unterstützung bei der Antragstellung auf Anerkennung der Schwerbehinderung oder Gleichstellung. Hinzu kam auch regelmäßig die Frage, wie sie einen behindertengerecht gestalteten Arbeitsplatz bekommen.

    Weitere Informationen zur ver.di-Broschüre unter dem Titel „Arbeitsbedingungen von Menschen mit Behinderung“, die jetzt erschienen ist, gibt es in digitaler Form unter:

    Und so wird gewählt

     

     

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