Gesundheit

    Erneuter Fall von Union Busting

    Solidarität mit Charlotte Matheis

    Das Universitätsklinikum des Saarlands (UKS) will die langjährige Gewerkschaftsaktivistin Charlotte Matheis außerordentlich und fristlos kündigen und bat den Personalrat kurz vor Weihnachten um Zustimmung. Angeblich sei die Fachkrankenpflegerin in der Anästhesie ihrer Arbeitsverpflichtung nicht nachgekommen, hieß es in einem Schreiben an den Personalrat. Dieser lehnte den Antrag auf Zustimmung zur Kündigung ab.

    Zu Recht habe er seine Zustimmung verweigert, sagte ver.di-Sekretär Michael Quetting. Charlotte Matheis sei keineswegs der Arbeit ferngeblieben, sondern habe in dieser Zeit notwendige Personalratstätigkeiten erledigt. „Wir betrachten den Angriff auf unsere mutige Kollegin Charlotte als Angriff auf die gesamte Gewerkschaftsbewegung“, sagte Quetting weiter. Der Klinikleitung gehe es offenbar darum, eine unbequeme und engagierte Gewerkschafterin loszuwerden. Seit vielen Jahren setzt sich Charlotte Matheis für ihre Kolleginnen und Kollegen ein, für Entlastung und mehr Personal. Sie ist auch Mitglied der ver.di-Bundestarifkommission und der Tarifkommission Entlastung im Saarland. In dieser Funktion hat sie mit dafür gesorgt, dass Saarlands Klinikbeschäftigte eine hervorgehobene Rolle in der bundesweiten Bewegung für Entlastung spielen.

    Charlotte Matheus (Mitte) im Kreise ihrer Kolleg/innen bei einer Protestaktion Foto: ver.di Charlotte Matheis (vorne rechts) im Kreise ihrer Kolleg/innen bei einer Protestaktion


    Noch im Frühjahr 2017 hatte das Homburger Uniklinikum Verhandlungen mit ver.di geführt, an denen auch Charlotte Matheis beteiligt war. Doch statt die Probleme endlich anzugehen, spielte die Klinikleitung dann auf Zeit. Die in einer Prozessvereinbarung vom März 2017 vereinbarten Ziele wurden nicht erreicht. Die ver.di-Tarifkommission betrachtete die Gespräche als gescheitert. Anfang Dezember brach ver.di die Verhandlungen ab. „Erst hat uns die Klinikleitung monatelang hingehalten, jetzt setzt sie mit dem Kündigungsbegehren gegen Charlotte vollends auf Eskalation“, kritisierte ver.di-Sekretär Quetting das Vorgehen der Klinik. Eine Vollversammlung der Gewerkschaftsmitglieder am 17. Januar wird darüber entscheiden, wie es weitergeht.

    Laut einer ver.di-Zählung schieben die Beschäftigten des Uniklinikums zehntausende Überstunden vor sich her. „Charlotte streitet dafür, dass der Personalrat seine Mitbestimmungsrechte nutzt, um daran etwas zu ändern und Entlastung zu erreichen“, erläuterte Quetting. Die ehrenamtliche Gewerkschafterin mache sich für die Einhaltung der Gesetze und die Gesundheit ihrer Kolleginnen und Kollegen stark. Dafür gebühre ihr Dank und Unterstützung – und in der Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber nun jede erdenkliche Solidarität.

    Aktuell hat eine Krebsstation der Klinik ein Ultimatum an die Klinikleitung gestellt, weil dort dringend mehr Personal benötigt wird. Nach Einschätzung von Gewerkschaftssekretär Michael Quetting versucht die Klinikleitung mit der beabsichtigten Kündigung von Charlotte Matheis, jetzt die Beschäftigten einzuschüchtern. „Beschäftigte wie Patienten brauchen dringend mehr Personal. Dafür braucht es mutige Kolleginnen wie unsere Charlotte. Deswegen stehen wir hinter ihr. Dieser Angriff steigert lediglich unsere Entschlossenheit“, sagte Quetting.

    Bitte um Solidarität

    ver.di bittet um Solidarität mit Charlotte Matheis und hat dafür eine Aktion gestartet. Vor allem die Saarländerinnen und Saarlander sind von ver.di aufgefordert, ihren Unmut direkt beim kaufmännischen Direktor Ulrich Kerle kundzutun. Die E-Mail-Adresse lautet: ulrich.kerle@uks.eu

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