Tarifverhandlungen Handel 2015

    In Hamburg wollen die Arbeitgeber die Löhne massiv kürzen

    Bis zu 1.035 Euro weniger

    Wenn es nach den Arbeitsgebern geht, sollen Vollzeitbeschäftigte aus dem Einzelhandel in Hamburg in Zukunft 332 Euro bis 1.035 Euro weniger verdienen. Das haben die Arbeitgeber in der ersten Verhandlungsrunde verkündet. Ungelernte Verkäufer/innen und Kassierer/innen und Beschäftigte in der Warenverräumung sollen in Zukunft demnach nur noch ein maximales Einkommen von 1.595 Euro erhalten.

    Im Vergleich zu heute ist das ein extremer Verlust: Ungelernte Verkäuferinnen und Verkäufer haben momentan ein maximales Einkommen von 2.248 Euro und ungelernte Kassiererinnen und Kassierer ein maximales Einkommen von 2.630 Euro. Beschäftigte aus der Warenverräumung verdienen bisher maximal 1.927 Euro. Die höchste Gehaltstufe ist für die gelernten Kassiererinnen und Kassierer vorgesehen. Bisher ist ihr maximales Gehalt identisch mit dem einer ungelernten Kassiererin und eines ungelernten Kassierers, doch nun sollen Gelernte nur noch ein maximales Einkommen von 2.248 Euro bekommen, was im Vergleich zum heutigen Einkommen von 2.630 Euro auch einen Verlust von 382 Euro bedeuten würde.

    ver.di fordert mindestens 150 Euro mehr im Monat

    „Das ist ein Skandal“, sagt ver.di-Gewerkschaftssekretär Arno Peukes, der die Verhandlungen im einzigen Bundesland führt, das den Manteltarif nicht gekündigt hat. Die Gewinne im Einzelhandel seien auch unter den jetzigen Bedingungen gestiegen und es bestehe keine Notwendigkeit, die Löhne der Beschäftigten zu senken. Die Einkommen sind im Hamburger Einzelhandel schon vergleichsweise niedrig, die gesundheitliche Belastung ist für die Beschäftigten sehr hoch. Die Beschäftigten wollen deshalb für ihre gute Arbeit auch gute Arbeitsbedingungen. ver.di fordert für Vollzeitbeschäftigte im ersten Schritt 150 Euro mehr und für Auszubildende 90 Euro mehr im Monat.

    Am 10. Juni 2013 werden die Verhandlungen in Hamburg fortgesetzt werden.