Tarifrunde ÖD 2016

    Deutlich mehr Geld für den öffentlichen Dienst

    „Es ist gut, dass wir mit 6 Prozent ins Rennen gehen!“

    Berlin, 18. Februar 2016 – Die Forderung steht: sechs Prozent mehr Gehalt und 100 Euro mehr für die Auszubildenden. Das hat die Bundestarifkommission für den öffentlichen Dienst in Berlin für die Tarifrunde 2016 mit großer Mehrheit beschlossen, für 2,14 Millionen Beschäftigte bei Bund und Kommunen und nach lebhafter Diskussion.

    „Mit dieser Forderung kann man in die Betriebe gehen. Damit werden die Mitglieder aktionsfähig sein. Wir haben richtig entschieden.“

    Sven-Olaf Günther, Personalratsvorsitzender der Berliner Stadtreinigung

    Ausgesprochen zufrieden ist Sven-Olaf Günther aus der Bundestarif- kommission mit dem Beschluss. „Mit dieser Forderung kann man in die Betriebe gehen“, sagt er. „Damit werden die Mitglieder aktionsfähig sein. Wir haben richtig entschieden.“ Der Personalratsvorsitzende der Berliner Stadtreinigung (BSR) betont, dass die Forderung von sechs Prozent mehr Geld auch dem entspricht, was die ver.di-Mitglieder in seinem Betrieb wollen. Und das weiß er genau: Die 140 ver.di-Vertrauensleute haben die Mitglieder bei der BSR in den vergangenen Wochen befragt. „3.953 sind es übrigens bei uns“, sagt er. „Exakt. Und die 4.000 knacken wir auch noch!“

    Diskutiert hat die Bundestarifkommission vor der Abstimmung auch über die Forderung nach einem Mindestbetrag und darüber, wie wesentlich es für die Beschäftigten ist, dass die betriebliche Altersversorgung erhalten bleibt, ohne Eingriffe, gerade angesichts des sinkenden Rentenniveaus. Bernd Schumann, der Personalratsvorsitzender in Saarbrücken ist, sagt: „Dieses Thema ist für uns die soziale Komponente in der Tarifrunde 2016.“ Denn das sei besonders wichtig, gerade für die Kolleginnen und Kollegen in den unteren Lohngruppen. „Die Verschlechterung der Renten fing mit der Riesterrente an. Es folgte die Rente mit 67. Jetzt geht es für uns darum, den Angriff der Arbeitgeber auf die Altersversorgung abzuwehren. Das wollen wir durchsetzen!“ Gerade in dieser Frage könne ver.di auch mit der Unterstützung der Öffentlichkeit rechnen, glaubt Bernd Schumann.

    Dicke Bretter, große Themen

    Auch Anna Dethlefsen, Verwaltungsfachwirtin bei der Stadt Köln und eine der Jüngsten in der Bundestarifkommission, spricht davon, wie wichtig es sei, die Zusatzversorgungskasse zu erhalten. „Auch und gerade für uns junge Leute! Ich bin 2030 noch lange nicht in Rente, aber wenn es einmal soweit ist, will ich von der Altersversorgung auch noch profitieren.“ Am wichtigsten, fügt sie hinzu, sei aber die prozentuale Forderung. „Wir haben in dieser Tarifrunde dicke Bretter zu bohren, große Themen durchzusetzen!“ So sieht das auch Petra Stalz. Die Musikschullehrerin aus Nordrhein-Westfalen hält neben dem Erhalt der Zusatzversorgung für wichtig, dass „die sachgrundlosen Befristungen von Arbeitsverträgen im öffentlichen Dienst verschwinden. Denn das Problem betrifft uns an den Musikschulen ganz massiv.“ Und noch etwas will Petra Stalz hinzufügen, jetzt, am Beginn der Tarifrunde: „Es ist gut, dass wir mit 6 Prozent ins Rennen gehen!“

    Text: Claudia von Zglinicki

    Traifrunde 2016 verdi Weil es tatsächlich um mehr geht