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  • Tarifrunde ÖD 2014 : „Klasse Tarifergebnis!“

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5,7 Prozent mehr Geld in zwei Jahren, mindestens aber 90 Euro

In der dritten Verhandlungsrunde für die Beschäftigten von Bund und Kommunen hat ver.di ein Ergebnis erzielt: Rückwirkend zum 1. März dieses Jahres steigen die Gehälter um 3 Prozent, mindestens aber um 90 Euro, und zum 1. März des kommenden Jahres um weitere 2,4 Prozent. Die Ausbildungsvergütungen werden zu den gleichen Terminen um 40 bzw. 20 Euro erhöht. Ab 2014 haben alle Beschäftigten Anspruch auf 30 Urlaubstage, für die Azubis steigt der Urlaub von 27 auf 28 Tage. Die Übernahmegarantie für Azubis wurde verlängert.

Das sei ein „Klasse Tarifergebnis“, sagt Karola Fuchs aus der ver.di-Bundestarifkommission. „90 Euro Mindestbetrag, das ist großartig, gerade für die Kolleginnen und Kollegen aus den unteren Entgeltgruppen.“ Das sei ihnen sehr wichtig gewesen, so die Betriebsratsvorsitzende aus dem Klinikum Idar-Oberstein.

„Dieses Tarifergebnis liegt in der Spitzengruppe der diesjährigen Abschlüsse“, sagt der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. „Durch den Mindestbetrag profitieren vor allem untere und mittlere Entgeltgruppen von einer überdurchschnittlichen Reallohnsteigerung.“ Der Mindestbetrag von 90 Euro übertrifft bis in mittlere Entgeltgruppen die lineare Gehaltserhöhung von 3 Prozent. Dadurch summiert sich das Volumen der Lohnerhöhung im ersten Jahr auf 3,3 Prozent.


Mehr als 300.000 Beschäftigte hatten in den vergangenen Wochen bundesweit in Warnstreiks gezeigt, wie wichtig ihnen Anerkennung und Wertschätzung sind. Damit haben sie sich durchgesetzt. Auch das Ziel, den Abstand zwischen dem öffentlichen Dienst und der Privatwirtschaft zu reduzieren, sei erreicht, betont Frank Bsirske. Das sei gut für die Attraktivität des öffentlichen Dienstes.

Bund und Gewerkschaften haben sich zudem darauf verständigt, die Entwicklung befristeter Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Dienst bis September 2015 wissenschaftlich untersuchen und bewerten zu lassen. Damit wird die Grundlage dafür geschaffen, wirksam gegen immer mehr sachgrundlose Befristungen vorzugehen.

Die für den Nahverkehr geforderte Zulage oder zusätzliche freie Tage als Ausgleich für die Belastung haben die Arbeitgeber verweigert. Auch für die Krankenhäuser waren sie nicht bereit, die Nachtdienstzuschläge von 15 auf 20 Prozent zu erhöhen. „Das wären 75 Cent pro Stunde gewesen. Sie hätten die Chance gehabt, unsere Arbeit aufzuwerten“, sagt Karola Fuchs. „Sie haben sie vertan. Wir werden da weiter aktiv bleiben.“

Die ver.di-Bundestarifkommission empfiehlt die Annahme des Ergebnisses. Die ver.di-Mitglieder werden bis Ende April darüber abstimmen. ver.di erwartet die zeit- und wirkungsgleiche Übernahme der Einigung auf die Beamt/innen. Der Tarifvertrag soll bis zum 29. Februar 2016 gelten.

 

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