Amazon

    Das etwas andere Weihnachtsgeschenk

    Amazon-Beschäftigte streiken jetzt flexibel

    Berlin, 26. November 2015 | Es weihnachtet wieder bei Amazon. Was das für die Amazon-Beschäftigten heißt, zeigt sich seit gestern an fünf Standorten: In Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Rheinberg und Werne (beide NRW) hat ver.di zu Streiks aufgerufen. In Koblenz wird bereits seit dem vergangenen Montag gestreikt. In Wroclaw, Polen, werden Beschäftigte am 30. November mit einer Kundgebung und Pressekonferenz ihren Protest gegen schlechte Arbeitsbedingungen bei Amazon in Polen und ihre Solidarität mit den Arbeitsniederlegungen in Deutschland in die Öffentlichkeit tragen.

    Rund 13.500 Menschen arbeiten inzwischen in den neun deutschen Versandzentren des US-amerikanischen Versandhändlers Amazon. Bereits Mitte September hatte Amazon Deutschland angekündigt, für das Weihnachtsgeschäft 10.000 weitere Mitarbeiter/innen befristet einstellen zu wollen. Mit Arbeitsniederlegungen während dieser umsatzstärksten Wochen untermauern die Beschäftigten ihre Forderung nach einem Tarifvertrag erneut. Denn: Amazon weigert sich bis heute, über einen Tarifvertrag auch nur zu verhandeln.

    Wie Amazon wirklich tickt

    „Amazon hat es in der Hand, Beschäftigten und Kunden ein reibungsloses Weihnachtsgeschäft zu ermöglichen. Doch solange der Versandhändler sich weigert, einen Tarifvertrag abzuschließen, wird es in diesem Jahr zu flexiblen, auch kurzfristig angesetzten Streiks kommen, auf die sich das Unternehmen schlechter einstellen kann", sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Es sei ein Skandal, dass Amazon das Recht der Beschäftigten auf einen Tarifvertrag und damit auf existenzsichernde und garantierte Arbeitsbedingungen missachtet. Wenn Amazon behaupte, seine Mitarbeiter zu respektieren, sei das Heuchelei. Wie Amazon wirklich ticke, sehe man daran, dass das Unternehmen den Beschäftigten in Leipzig als Weihnachtsgeschenk ab Anfang 2016 einen Tag Urlaub streiche, so Nutzenberger. Mit einem Tarifvertrag, der von der Bezahlung bis zu Urlaub und Weihnachtsgeld alles regelt, ist das nicht einfach so möglich. Unlängst hatte eine anonyme Mitarbeiterbefragung durch ver.di ergeben, dass 97 Prozent der Befragten ein Tariflohn sowie tarifliches Weihnachts- und Urlaubsgeld wichtig sei.

    Das Amazon-Imperium