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    Amazon-Beschäftigte kämpfen weiter für ihren Tarifvertrag

    Streik zur Vorweihnachtszeit

    Nicht nur zu Weihnachten wünschen sich die Beschäftigten des Online-Versandhändlers Amazon einen Tarifvertrag. Dennoch kämpfen sie dafür auch jetzt zur Vorweihnachtszeit immer wieder mit Streiks an den  verschiedenen Standorten. Sie wollen das Weihnachtsgeschäft stören. Dabei kommt es immer wieder zur Arbeitsunterbrechungen. So zum Beispiel an den beiden nordrhein-westfälischen Standorten Rheinberg und Werne. Hier hatte ver.di die Beschäftigen am 13. und 14. Dezember erneut zu Streiks aufgerufen – nachdem in Rheinberg bereits zwei Tage zuvor ebenfalls gestreikt worden ist.

    Völlig unangemessene Bezahlen

    „Solange Amazon den Beschäftigten den Tarifvertrag vorenthält, werden die Kolleginnen und Kollegen gerade in der stressigen Vorweihnachtszeit weiter dafür sorgen, dass Amazon Lieferversprechen nicht einhalten kann“, sagte Silke Zimmer, Fachbereichsleiterin Handel im ver.di-Landesbezirk Nordrhein-Westfalen. Gerade in dieser Zeit müssten die Beschäftigten bei Amazon unter enormen Druck schnell und zuverlässig harte Arbeit leisten. Dafür bezahle sie der Versandhändler völlig unangemessen. „Die Beschäftigten brauchen die Sicherheit eines Tarifvertrags, der existenzsichernde Löhne verbindlich festlegt, damit auch die Beschäftigten bei Amazon das Weihnachtsfest genießen und unbeschwert ins neue Jahr rutschen können“, so Zimmer.

    Tarifvertrag „Gute und gesunde Arbeit“

    Doch nicht nur die Löhne sind ein Problem, sondern auch die Arbeitsbedingungen. Immer wieder thematisieren die Beschäftigten bei den Streiks auch einen Tarifvertrag über „Gute und gesunde Arbeit“. Doch auch darüber will das Unternehmen nicht verhandeln. Im Sommer 2017 eröffnete Amazon in Winsen/Luhe südlich von Hamburg seinen jüngsten Standort. Laut einem Fernseh-Bericht sollen die Mitarbeiter/innen dort lückenlos überwacht werden. Die niedersächsische Datenschutz-Beauftragte Barbara Thiel hat mittlerweile ein Kontrollverfahren eingeleitet. Auch Beschäftigte anderer Standorte berichten, dass es allein aufgrund der technischen Arbeitsausstattung möglich ist, ihre Arbeit genau zu kontrollieren. Daraus erfolgten häufig auch Abmahnungen, zum Beispiel wegen Untätigkeit von wenigen Minuten.

    Bundesweit betreibt Amazon an zehn Standorten elf Logistikzentren. Dort arbeiten nach Angaben des Online-Versandhändlers derzeit 12.000 festangestellte Beschäftigte. Allerdings wird deren Zahl zur Vorweihnachtszeit durch befristet eingestellte Mitarbeiter/innen stark aufgestockt.

    Streiks in der Vorweihnachtszeit beim Online-Versandhändler Amazon dpa-Bildfunk Streiks in der Vorweihnachtszeit beim Online-Versandhändler Amazon