Geld & Tarif

    Tarifvertrag für Hamburger Nachwuchsfriseure jetzt!

    Alte Zöpfe abschneiden

    Berlin, 12. Dezember 2017 | Niemand wird in Deutschland so schlecht bezahlt wie Auszubildende im Friseurhandwerk. Das ist auch in Hamburg, einer der teuersten Städte des Landes, nicht anders. Friseur-Auszubildende verdienen dort in der Regel um die 300€ brutto im Monat. Das sind 2€ brutto pro Stunde, von denen kein Mensch überleben kann, in Hamburg nicht und anderswo auch nicht. Und auch nach der Ausbildung bessert sich die Situation für viele Friseure nicht. Deshalb hat ver.di dieses Jahr die Kampagne „Besser abschneiden“ gestartet, um bessere Bezahlungen im Friseurhandwerk durchzusetzen. In einigen Bundesländern ist das bereits gelungen.

    In typisch weiblich dominierten Berufen wird weniger verdient Foto: Hendrik Schmidt/dpa In typisch weiblich dominierten Berufen wird weniger verdient

    Nicht so in Hamburg, dem westdeutschen Schlusslicht, was die Bezahlung von Friseur/innen betrifft: Die Friseur-Innung Hamburg will mit ver.di nicht verhandeln. Stattdessen hat sie die christliche Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes (GÖD) zu Tarifverhandlungen aufgefordert, eine der sogenannten gelben Gewerkschaften, die dafür bekannt sind, Abschlüsse im Sinne der Arbeitgeber zu machen.

    Überleben nur mit Sozialleistungen?

    Innerhalb der Kampagne „Besser abschneiden“ haben sich bundesweit knapp 2.000 Friseur-Azubis ver.di angeschlossen. Ganz vorne dabei sind die Auszubildenden aus Hamburg, die erwarten, dass mit ihrem Wunsch nach einem Tarifvertrag wertschätzend seitens des Arbeitgeberverbandes umgegangen wird. Mit einer Petition fordern sie den Vorstand der Friseur-Innung deshalb erneut zu Tarifverhandlungen mit ver.di auf, für eine angemessene Vergütung. Friseur-Auszubildende in Hamburg sind von Sozialleistungen abhängig. Zudem wird von ihnen erwartet, dass sie ihr Werkzeug im Wert von mehreren hundert Euro selbst bezahlen. Dafür reichen weder die Ausbildungsvergütung noch die Sozialleistungen.

    Das Friseurhandwerk klagt seit Jahren über einen erheblichen Nachwuchsmangel, weil immer weniger Schulabgänger/innen diesen Beruf erlernen möchten. Eine deutlich bessere Bezahlung würde den Beruf wieder interessanter machen. Das Geschäftsmodell der Hamburger Innung, das darauf basiert, dass Auszubildende von Sozialleistungen leben müssen, ist ein alter Zopf, der abgeschnitten gehört. Vor allem, weil das Geschäftsmodell auf Kosten der Betroffenen und aller Steuerzahler/innen geht.

    Die Petition benötigt 7.100 Unterschriften. Jetzt unterzeichnen!

    Mehr erfahren zur ver.di-Kampagne: www.besser-abschneiden.info

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