Geld & Tarif

    Historischer Erfolg

    Mindestlohn

    Historischer Erfolg

    Gewerkschaften demonstrieren im Februar 2011 vor dem Bundeskanzleramt gegen den Missbrauch von Leiharbeit. Foto: Christian von Polentz Leiharbeit

    Lange hat er gedauert, der Kampf der Gewerkschaften um einen allgemeinen, flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro. Jetzt soll er vom 1. Januar 2015 an gelten - aber leider hat die Bundesregierung viele Ausnahmen zugelassen.

    Der gesetzliche Mindestlohn

    Langzeitarbeitslose sollen in den ersten sechs Monaten einer neuen Beschäftigung geringer bezahlt werden können, ebenso Jugendliche unter 18 Jahren. Arbeitgeber von Saisonarbeiter/innen und Erntehelfer/innen sollen Wohnung und Verpflegung mit einberechnen dürfen. Pflichtpraktika waren ohnehin vom Mindestlohn ausgenommen, für freiwillige Praktika soll er jetzt erst nach drei Monaten fällig werden. Hinzu kommen Ausnahmen für Zeitungszusteller/innen, sie sollen erst ab 2017 Anspruch auf den vollen Mindestlohn haben.

    „Die Ausnahmen treffen ausgerechnet die Schwächsten am Arbeitsmarkt. Damit werden Millionen Beschäftigte weiterhin der Willkür von Hungerlöhnen ausgeliefert", kritisierte Frank Bsirske. Hier werden die Gewerkschaften weiter kämpfen, ebenso wie für eine schnelle Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns. Über die Anhebung wird alls zwei Jahre eine Mindestlohnkommission beraten.

    Dennoch begrüßt Bsirske das Erreichte: „Es ist ein his­to­ri­scher Fort­schritt und großer Er­folg der Ge­werk­schaf­ten, dass fünf Mil­lio­nen Men­schen jetzt ein An­recht auf hö­he­re Löh­ne ha­ben." 2006 hatten ver.di und die Gewerkschaft Nahrung – Genuss – Gaststätten (NGG) die Initiative Mindestlohn gegründet.

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    • Wissen Sie eigentlich, welcher Lohn Ihnen zusteht?

      Immer mehr Unternehmen scheren aus der sogenannten Tarifbindung aus, um niedrige Löhne und Gehälter zu zahlen. Aber es gibt auch noch diejenigen, die nach Tarif entlohnen. Unter www.lohnspiegel.de finden Sie Angaben zu Tariflöhnen in über 200 Berufen. Der Frauen-Lohnspiegel auf derselben Seite zeigt Ihnen, warum Sie sich gerade als Frau in einer Gewerkschaft organisieren sollten. Denn Frauen verdienen immer noch bis zu 23 Prozent weniger als Männer.

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