Bildung & Ausbildung

    Weiterbilden – ein Leben lang

    Lebenslanges Lernen

    Weiterbilden – ein Leben lang

    Weiterbilden ein Leben lang Foto: photocase Bildung wiegt schwer

    Lebenslanges Lernen ist zum beliebten Schlagwort geworden.

    Sowohl Politiker als auch Arbeitgeber fordern, dass sich Beschäftigte ständig weiter qualifizieren. Im Prinzip ist das ohne Zweifel auch sinnvoll: Die beruflichen Anforderungen wandeln sich heutzutage rasant. Doch bisher fehlen in Deutschland die Rahmenbedingungen, damit sich alle Berufstätigen tatsächlich ständig auf dem Laufenden halten können und Arbeitslose schnell wieder in den Arbeitsmarkt reinkommen. Sowohl der Staat als auch viele Unternehmen wälzen einen Großteil der Verantwortung auf die Einzelnen ab.

    Nötig ist ein Recht auf Weiterbildung

    Während junge, hochqualifizierte Menschen gute Chancen haben, zu Weiterbildungsseminaren geschickt zu werden, sieht es für weniger qualifizierte Kolleginnen und Kollegen schlecht aus. Auch Ältere und Menschen mit Migrationshintergrund erhalten nur selten Unterstützung. Damit sind ausgerechnet diejenigen, die es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer haben, in der Weiterbildung völlig unterrepräsentiert.
    So kann es niemanden wundern, dass Deutschland im europäischen Vergleich in punkto Weiterbildung nur einen schwachen Platz im Mittelfeld einnimmt. Im Vorreiterland Dänemark besuchen fast viermal so viele Menschen Qualifikationsveranstaltungen – und zusätzlich dauern die einzelnen Maßnahmen dort auch länger und sind somit intensiver.
    Zwar ist es ver.di gelungen, Weiterbildungsansprüche in einigen Tarifverträgen zu verankern. Auch gibt es im Rahmen eines Sonderprogramms die Möglichkeit, dass Betriebsräte und Unternehmensleitungen gemeinsam Qualifizierungskurse für Ältere, Ungelernte und von Arbeitslosigkeit Bedrohte beantragen. Doch aufs Ganze gesehen bleiben es Ausnahmen.
    Deshalb fordert ver.di ein Weiterbildungsgesetz auf Bundesebene. Das soll sowohl Finanzierungs- als auch Freistellungsansprüche verbindlich regeln: Jeder und jede hat ein Recht auf Qualifizierung. Mit Hilfe einer Umlage werden die Kosten gleichmäßig auf alle Unternehmen verteilt. Auch für Selbstständige und Wiedereinsteiger/innen nach einer Familienphase muss hochwertige Weiterbildung finanzierbar sein.
    Außerdem ist das Kursangebot bisher sehr unübersichtlich. Weil die Teilnehmer erst im Nachhinein beurteilen können, ob der Kurs hält, was der Anbieter verspricht, ist eine unabhängige Qualitätssicherung unabdingbar. ver.di fordert verbindliche Zertifizierungsverfahren für berufliche Bildungsangebote.

    Der Staat schickt viele Arbeitslose in die Sackgasse

    Besonders düster sieht die Entwicklung in Deutschland für Erwerbslose aus. Vor allem wer längere Zeit arbeitslos ist oder auf dem Arbeitsmarkt sonst ein Handycap hat, bekommt von staatlicher Seite nur selten Hilfe zur Weiterbildung. Die Betroffenen schlittern damit immer weiter in die Sackgasse. Nötig wären dagegen Rechtsansprüche auf Fortbildung, Umschulung und nachholende Erstausbildung. Selbstverständlich muss in dieser Zeit auch der Unterhalt gesichert sein. Nur so kann verhindert werden, dass Langzeitarbeitslose für immer abgehängt werden. Dafür setzt ver.di sich mit aller Kraft ein.
    Die Qualität der staatlich finanzierten Maßnahmen ist in den vergangenen Jahren immer schlechter geworden. Das ist Folge der Ausschreibungspraxis: Der billigste Anbieter bekommt den Zuschlag. So müssen inzwischen viele Dozentinnen und Dozenten zu Niedrigstlöhnen und unter äußerst unsicheren Bedingungen arbeiten.
    Zwar ist es ver.di gelungen, mit den Arbeitgebern im Weiterbildungsbereich einen Branchentarifvertrag mit Mindestlohn auszuhandeln. Doch die Bundesregierung weigert sich bisher, ihn für allgemeinverbindlich zu erklären. ver.di drängt darauf, dass das Arbeitsministerium endlich handelt.

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