Signal für Beschäftigte nach Schlecker-Insolvenz
Für die mehr als 30.000 Beschäftigten des Drogerie-Discounters Schlecker geht es um die Zukunft ihrer Jobs. Mit dem Antrag auf ein sogenanntes Plan-Insolvenzverfahren, das Schlecker am 23. Januar beim Amtsgericht Ulm eingereicht hat, läuft die Uhr. Der vorläufige Insolvenzverwalter, der Jurist Arndt Geiwitz aus Ulm, muss sich nun einen Überblick über Vermögenswerte und Schulden der größten deutschen Drogeriekette verschaffen.
„Der Erhalt der Arbeitsplätze und die Anwendung der Tarifverträge müssen zum Maßstab für eine erfolgreiche Sanierung werden“, sagt Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. Die Ankündigung der Familie Schlecker, des Unternehmensmanagements und des vorläufigen Insolvenzverwalters, die geltenden tarifvertraglichen Regeln anzuwenden, sei als „Signal für die Beschäftigten“ zu verstehen.
Die Gehälter werden zunächst weiter gezahlt. Gleichzeitig muss der vorläufige Insolvenzverwalter mit den Gläubigern über die Möglichkeiten der Schuldentilgung verhandeln. Vor allem der Lieferant Markant soll Schlecker unter Druck gesetzt haben, da das Unternehmen diesem Einkaufsverbund inzwischen wohl einen größeren dreistelligen Millionenbetrag schuldet. Firmengründer Anton Schlecker haftet zumindest für einen Teil seiner Unternehmen auch mit seinem Privatvermögen, das auf rund 2 Milliarden Euro beziffert wird.
Text: Gudrun Giese
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