Arbeit

    Gelddrucker nehmen den Kampf auf

    Giesecke & Devrient: Erhalt der Arbeitsplätze gefordert

    Die Botschaft der gewerkschaftlich organisierten Belegschaft von Giesecke & Devrient (G&D) in München ist eindeutig: Nein zum Abbau von 630 Arbeitsplätzen in der Banknoten-Produktion! Nein zur Verlagerung der Kartenpersonalisierung mit 150 Stellen! Nein zu den Plänen, auch Aufgaben der Forschung und Entwicklung in Billiglohnländern erledigen zu lassen! Bei einer Versammlung der ver.di-Mitglieder am 10. Januar 2015 beschlossen 140 G&D-Beschäftigte stattdessen, umgehend Verhandlungen mit der Geschäftsleitung über Alternativen aufzunehmen. Zehn Tage hat das Management nun Zeit, auf die Gewerkschaftsvorschläge zu reagieren, berichtet ver.di-Sekretärin Sabine Pustet.

    Die Beschäftigten fordern, alle Münchner Fertigungsbereiche in der Stadt zu belassen. Schlimmstenfalls können sie sich den Umzug auf das Werksgelände von G&D im Alpenvorland, in Louisenthal, vorstellen. „Die Gewinne mögen nach einem stetigen Anstieg in den letzten Jahren gesunken sein, aber Verluste macht G&D operativ nicht“, heißt es in der Erklärung der betroffenen ver.di-Mitglieder.

    Eine betriebliche Tarifkommission wurde gewählt, die nun Details eines angestrebten Sozialtarifvertrags erarbeitet. Beispielsweise geht es um die Frage, wie hoch Abfindungen für diejenigen Beschäftigten sein sollen, die angesichts der Pläne von G&D freiwillig das Unternehmen verlassen. Die Traditionsfirma mit weltweit 11.600 Beschäftigten hat Probleme am Markt. Das ist bekannt in der Branche und hat u. a. mit der Vergabepolitik der Bundesbank beim Druck der deutschen Euro-Noten zu tun. Allerdings beklagen Gewerkschaft und Betriebsrat auch seit langem, dass das Management kopf- und hilflos entscheidet.

    Kurz vor Weihnachten, wenige Tage nach der Ankündigung von G&D, in München massiv Arbeitsplätze zu zerstören, machten die Beschäftigten bei einer Mahnwache vor dem Werksgelände ihre Sorgen öffentlich: „Giesecke & Devrient. Creating Misery“ (G&D schafft Elend) war – in Abwandlung eines G&D-Werbespruchs – auf einem der Protestplakate zu lesen. Der spricht von „Creating Confidence“ (Vertrauen schaffen), was sich auf die Sicherheitstechnik des Unternehmens für den Zahlungsverkehr bezieht.

    Ein weiteres Plakat fragte: „Monopoly auf unserem Rücken?“ Das spielt auf die Spekulationen an, ob Management und Eignerfamilie wegen der guten Lage des Firmengeländes in München mit einer Veräußerung des Firmengeländes mehr Geld verdienen wollen als mit der Banknotenproduktion. Die „Süddeutsche Zeitung“ war Ende Dezember diesem Verdacht in einer ganzseitigen Geschichte nachgegangen. Resümee: „Ein Verkauf könnte durchaus lukrativ für das angeschlagene Unternehmen sein. Denn die Immobilien im Osten des teuren Stadtteils Bogenhausen gelten als attraktiv.“

    Autorin: Helga Ballauf

    Beschäftigte bei Giesecke & Devrient fordern Erhalt der Arbeitsplätze Foto: Werner Bachmeier Die Beschäftigten von Giesecke & Devrient wollen mit der Geschäftsführung über Alternativen zur Verlagerung ihrer Arbeitsplätze verhandeln.

     

     

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