Arbeit

    Deutscher Personalräte-Preis 2017 verliehen

    Gold für den PR am Klinikum Augsburg

    Erneut wurden Personalräte im Organisationsbereich von ver.di mit Preisen ausgezeichnet: Der Deutsche Personalräte-Preis 2017 in Gold wurde am 28. November 2017 in Berlin an den Personalrat am Klinikum Augsburg verliehen. Bronze ging an den Gesamtpersonalrat der AOK Plus Sachsen und Thüringen. Sonderpreise erhielten die JAV der Stadt Herne und die JAV des Umweltbundesamtes in Dessau.

    Deutscher Personalräte Preis 2017 verliehen Foto: Simone M. Neumann Deutscher Personalräte Preis 2017 verliehen  – Die Preise wurden überreicht durch Prof. Dr. Monika Böhm (li.), Stefan Gronbach und Frank Braun, HUK-COBURG (hintere Reihe li. und re.)


    Auslagerung von 800 Arbeitsplätzen verhindert

    Der Personalrat am Klinikum Augsburg bekam die Auszeichnung in Gold, weil sich die Interessenvertretung erfolgreich gegen die geplante Gründung von Service-Gesellschaften und die damit verbundene Auslagerung von 800 Arbeitsplätzen gewehrt hat. Die Beschäftigten in der Küche, in der Gebäudereinigung und in internen Diensten wie Versorgung und Transport bleiben weiterhin Mitarbeiter des Klinikums und damit des öffentlichen Dienstes. Drohende Altersarmut konnte erfolgreich verhindert werden. „Die Probleme, die Servicegesellschaften erzeugen, sind immer größer als ihr Nutzen für ein Krankenhaus sein kann“, sagte Stefan Jagel, Gewerkschaftssekretär im ver.di-Bezirk Augsburg für das Gesundheits- und Sozialwesen. Andere Krankenhäuser sollten sich ein Beispiel nehmen und ihre Servicebereiche wiedereingliedern, sagte er und freut sich mit dem Personalrat über die Auszeichnung.

    Die Preisverleihung erfolgte im Rahmen des vom DGB Bildungswerk Bund in Kooperation mit dem DGB veranstalteten Schöneberger Forums, der jährlichen Berliner Fachtagung für die Be­schäftigten im öffentlichen Dienst. Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, nahm die Ehrung der Preisträ­ger vor. Prof. Dr. Monika Böhm, vom Lehrstuhl für öffentliches Recht an der Philipps-Universität Marburg, ehrte als Vertreterin der Jury das „eindrucksvolle Pro­jekt“ der Goldpreisträger mit einer Laudatio vor rund 200 Gästen. Der „Deutsche Personalräte-Preis“ ist eine Initiative der Fachzeitschrift „Der Personalrat“ und zeichnet vorbildliche Personalratsarbeit in Deutschland aus. Er wurde zum siebten Mal gemeinsam vom Bund-Verlag, Frankfurt, und der HUK-COBURG verliehen. In diesem Jahr hatten sich 31 Gremien für insgesamt fünf Auszeichnungen beworben.

    Weitere Preise

    Gleich zwei Gremien aus dem Organisationsbereich des ver.di-Landesbezirks Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden ausgezeichnet: Der Gesamtpersonalrat der AOK Plus – Gesundheitskasse für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Leipzig und die Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) des Umwelt­bundesamtes in Dessau:

    Der Gesamtpersonalrat der AOK Plus Sachsen und Thüringen bekam den Preis in Bronze für die Einrichtung eines paritätisch besetzten Gremiums, das die Auswirkungen der Digitalisierung auf die 7.400 Beschäftigten bewertet und die Ergebnisse als Grundlage für eine Dienstvereinbarung nimmt. Durch die Digitalisierung und die eingesetzte Software hatte sich die Arbeit der Mitarbeiter stark verändert. Leistungskontrollen, Verhaltenssteuerung und Arbeitsverdichtung waren und sind die Folgen. Ziel des Gremium ist es, eine Vorgehensweise zu etablieren, um Veränderungsprozesse aus Sicht der betroffenen Mitarbeiter von allen Seiten zu betrachten und zu bewerten.

    Die JAV des Umweltbundesamtes in Dessau bekam den Sonderpreis der HUK-COBURG für die Organisation von Suchtpräventionswochen, um Auszubildende auf die Gefahren von Sucht aufmerksam zu machen, für das Thema zu sensibilisieren und auch neue Hobbys und neue Wege für einen gesunden Lebensweg zu finden. Die erste Suchtpräventionswoche fand 2007 statt, die letzte 2016. Die JAV organisiert die Wochen im 3-Jahres-Rhythmus, um so jedem Auszubildenden die Möglichkeit zu geben, einmal teilzunehmen. 

    Ein weiterer Sonderpreis, die Auszeichnung der DGB-Jugend, ging an die JAV der Stadt Herne für ihre pfiffige Kampagne gegen Mobbing von Azubis. Seit 2007 dreht die JAV jährlich einen Film, um ihre Arbeit vorzustellen. In dem aktuellen Film ging es um Mobbing gegen einen Auszubildenden und wie die JAV da helfen kann.

    Der Preis in Silber ging an den Hauptpersonalrat für Lehrerinnen und Lehrer an Förderschulen und Schulen für Kranke am Ministerium für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen. Das Gremium regelte mit einer weitreichenden Dienstvereinbarung die Nutzung einer neuen IT-Plattform. Damit setzte es ein Zeichen gegen die zunehmende Arbeitsverdichtung der Lehrkräfte und pro Datenschutz.

    • Der „Deutsche Personalräte-Preis“ wird auch in 2018 wieder ausgelobt. Weitere ausführliche Infor­mationen zur Jury, zu den Preisträgern und Nominierten in 2017 sowie zu allen eingereichten Pro­jekten unter www.deutscherpersonalraete-preis.de

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