Beratung und Unterstützung

    Service für Erwerbslose und Aufstocker/innen

    1,47 Beratungen am Tag

    Am Computer: ver.di-Betriebsgruppen setzen immer mehr auf Information und Austausch im Netz dpa-Bildfunk Austausch im Netz – direkt und schnell

    Wer erwerbslos ist oder sein/ihr niedriges Gehalt mit Arbeitslosengeld II aufstocken muss, der hat oft viele spezielle Fragen, auf die ver.di eine Antwort geben kann. Dazu bietet die Organisation ihren Mitglieder zwei Online-Beratungen an, eine für Erwerbslose, eine für Aufstocker/innen. Antworten auf immer wieder gestellte Fragen stehen bereits auf der Seite, innerhalb von zehn Tagen gibt es auf weitere Fragen eine Antwort per E-Mail. In der Praxis ist das achtköpfige Team von Ehrenamtlichen, das die Antworten gibt, aber oftmals schneller, sagt Heinz Georg von Wensiersky, einer der beiden gleichberechtigten Sprecher des ver.di-Bundeserwerbslosenausschusses. Er arbeitet selbst seit vielen Jahren bei der Beratung mit.

    Hoher Bedarf

    Alle Fragen gehen zentral bei einem Kollegen ein, der sie auf seine sieben Mitstreiter/innen verteilt. Dabei geht es eher nach Eingang als nach Themen, damit die auflaufenden E-Mails möglichst gleichmäßig verteilt werden. Immerhin sind von der Gründung der Online-Beratung im August 2004 bis Ende November 2015 insgesamt 4.987 Fragen bearbeitet worden, mit Nachfragen waren es 6.035 Beratungen. Das macht statistisch gesehen 1,47 Beratungen pro Tag – und zeigt, wie hoch der Bedarf ist.

    Häufige Themen sind Ausnahmen von der Sperrzeit, der Übergang von Hartz IV in die Altersrente und alles rund um die Kündigung. „Die Beratung ist komplexer geworden“, sagt von Wensiersky. Zwar habe die Zahl der Fragen zu Themen rund um das Sozialgesetzbuch III, also das Arbeitslosengeld, abgenommen, bei allem, was der Volksmund unter Hartz IV zusammenfasst und im Sozialgesetzbuch II geregelt ist, sei der Bedarf jedoch immer noch hoch.

    Konkrete Schilderungen

    Geht bei ihm ein Fall ein, beantwortet er ihn so, wie er die Schilderung versteht. Daher empfiehlt es sich, bei der Schilderung des eigenen Falles möglichst konkret zu sein und sich möglichst auf Fakten zu beschränken. Nachfragen stellen die Berater/innen nur selten und wenn, dann nehmen sie meist per E-Mail-Kontakt auf.

    Dieses Modell sei bei der Entwicklung der Beratung bewusst so gewählt worden, erinnert sich Bernhard Jirku, der lange Jahre den Bereich Erwerbslosenpolitik beim ver.di-Bundesvorstand geleitet hat. „Dahinter stand das Verständnis, dass wir keine persönliche Beratung in Lebensfragen leisten können“, sagt er. Ans Netz ging die Online-Beratung am 16. August 2004, also bevor Ende jenes Jahres die Umstellung auf die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe erfolgte. Doch den Erwerbslosen in ver.di war schon nach den ersten Diskussionen um die Reformen im Jahr 2003 klar, dass der Beratungsbedarf steigen würde – und dass ver.di ihren Mitgliedern auf die aufkommenden Fragen Antworten geben müsse.

    Rechtssichere Auskünfte

    Die Antworten basieren auf der neuesten Rechtssprechung und werden schriftlich erteilt. Heinz Georg von Wensiersky arbeitet dabei mit Fachbüchern und juristischen Kommentaren, viel hilft ihm aber auch seine langjährige Erfahrung. Die Rückmeldungen, die bei der Online-Beratung ankommen, sind durchweg positiv.

    Stellen die Berater/innen fest, dass Rechtsschutz nötig ist oder eine intensivere persönliche Beratung vor Ort, dann vermitteln sie die Betroffenen weiter an die ver.di-Geschäftsstellen vor Ort, den gewerkschaftlichen Rechtsschutz oder die Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen.

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