Landespressemitteilungen

    Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

    Erzieherinnen wollen bessere Bezahlung und Gesundheitsschutz

    Leipzig, 27. März 2009

    In den Kindertagesstätten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen tragen die Erzieherinnen und Erzieher am Montag Buttons mit der Aufschrift „Chancen fördern - Anerkennung fordern“ und verteilen Briefe an die Eltern und Großeltern der Kinder. Sie wollen besser bezahlt werden und Maßnahmen zur Gesundheitsförderung durchsetzen. Über entsprechende tarifliche Regelungen verhandelt ver.di am 30. März zum zweiten Mal mit der Vereinigung Kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA).

    „Die Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte steigen“, beschreibt Manuela Schmidt, ver.di-Fachbereichsleiterin die Situation. „Kitas sind heute mehr denn je Lernort. Die Entwicklung jedes Kindes soll so früh wie möglich gefördert werden. Chancengleichheit beginnt schon im frühesten Kindesalter.“

    Die Landesregierungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben diesen veränderten Anspruch inzwischen in eigenen Bildungsplänen für die Kindertagesstätten festgeschrieben. „Die Erzieherinnen tragen bei der Umsetzung der Bildungspläne eine hohe Verantwortung“, so Schmidt. „Sprachangebote, Theater, spielerisches Lernen am PC, all diese Angebote werden oft nur durch das besondere Engagement der Pädagogen in den Kitas ermöglicht.“ Erzieherinnen müssten ständig präsent sein, individuell jedes Kind fördern, Gruppenprozesse begleiten, Eltern beraten, Entwicklungsberichte schreiben. Dafür, fordert die Gewerkschafterin, sollten sie auch angemessen bezahlt werden.

    Die Realität sieht anders aus. Bundesweit verdienen mehr als ein Drittel der Erzieherinnen weniger als 1.500 Euro. Dazu kommen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Tausende, die in den letzten Jahren zur Stellensicherung um bis zu 14 Stunden abgesenkte Arbeitszeiten und damit geringere Einkommen hinnehmen mussten. Bei 30 Wochenstunden verdient eine Erzieherin in Mitteldeutschland derzeit 1.770 Euro Brutto. Neue Kolleginnen trifft es noch härter. Sie werden zwei Entgeltgruppen niedriger eingruppiert als ihre länger beschäftigten Kolleginnen und kommen damit bei der gleichen abgesenkten Arbeitszeit auf knapp über 1.500 Euro Brutto.

    Und das bei einer Arbeit, die täglich auch an die Grenzen gesundheitlicher Belastung geht. Nur 26 Prozent der Erzieherinnen rechnet wegen der hohen Belastungen des Jobs damit, die Rente gesund zu erreichen.

    Die Gewerkschaft ver.di fordert deshalb neben der besseren Bezahlung für die pädagogischen Fachkräfte auch Regelungen zur Gesundheitsförderung. „Neben Lärmschutz und angemessenem Mobiliar gehört dazu auch eine bessere Personalausstattung, Zeit für die Vor- und Nachbereitung“, umreißt Schmidt einige der zu regelnden Punkte.

    In der ersten Runde der Verhandlungen über Eingruppierung und Gesundheitsschutz der bundesweit 350.000 Erzieherinnen hat die Gewerkschaft ihre Vorstellungen eingebracht. Die VKA hat das für die zweite Verhandlungsrunde am 30. März in Frankfurt am Main angekündigt. „Allerdings sieht es so aus, als ob deren Vorstellungen meilenweit von unseren entfernt sind“, schätzt Schmidt die Lage ein.

    In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen werden derzeit in 5.661 Kitas rund 424.000 Kinder betreut. In den Kitas arbeiten über 54.000 Beschäftigte, davon rund 45.000 pädagogisches Personal.


    Rückfragen richten Sie bitte direkt an Fachbereichs¬leiterin Manuela Schmidt, 0170 574 94 44

    Mehr Informationen finden Sie auch in unserem Internet-BLOG www.chancen-foerdern.de


    *************************************
    Annett Weller
    Pressestelle des ver.di-Landesbezirks
    Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
    Karl-Liebknecht-Str. 30-32
    04107 Leipzig
    Tel. 0341 52 901 160
    Fax 0341 52 901 620
    mobil: 0151 117 00 689
    eMail: annett.weller@verdi.de
    Internet: www.sat.verdi.de