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    ver.di: DKG-Verweigerungshaltung verschärft den Pflegenotstand

    ver.di: DKG-Verweigerungshaltung verschärft den Pflegenotstand

    26.10.2017

    Anlässlich der am Donnerstag durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) präsentierten Forderungen an die künftigen Koalitionspartner kritisiert die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) deren Verweigerungshaltung gegenüber verbindlichen Personalvorgaben.

    Anders als für die DKG ist für ver.di der Fachkräftebedarf ein Argument für und nicht gegen eine gesetzliche Personalbemessung für die Krankenhäuser. In den laufenden Sondierungen müssen die Weichen für eine qualitativ hochwertige und sichere Krankenhausversorgung gestellt werden. Die Voraussetzung dazu sind verbindliche Vorgaben für die Personalausstattung, die sich am Pflegebedarf der Patienten orientieren. „Es hilft nicht allein, mehr Geld in das System zu geben. Für wirksame Lösungen muss sichergestellt werden, dass das Geld wirklich bei der Pflege ankommt“, kommentiert Sylvia Bühler, ver.di-Bundesvorstandsmitglied.

    ver.di hat den Eindruck, dass die DKG hier nicht für alle Krankenhäuser spricht. „Immer mehr Klinikarbeitgeber erkennen den zügigen Handlungsbearf angesichts der dramatischen Situation und verhandeln mit uns über Regelungen, die Beschäftigten Entlastung bringen sollen.“ Die DKG müsse endlich ihre Blockadehaltung aufgeben und an Lösungen arbeiten, um den Fachkräftebedarf auch in Zukunft zu sichern. „Statt den Fachkräftemangel zu bejammern, muss schnell gehandelt werden“, so die Gewerkschafterin. Denn das beste Mittel zur Sicherung des Fachkräftebedarfs sei es, wenn Beschäftigte in den Krankenhäusern wieder in die Lage versetzt werden, ihren Beruf so auszuüben, wie sie ihn gelernt haben. Die zunehmende Zahl offener Stellen in der Krankenhauspflege sei hausgemacht: Aufgrund der viel zu dünnen Personaldecke verlassen viele junge Pflegekräfte bald nach der Ausbildung den Beruf, Beschäftigte reduzieren „freiwillig“ die Arbeitszeit, weil die Belastung in Vollzeit zu groß ist oder wechseln als Pflegekraft in einen Bereich außerhalb des Kran-kenhauses. Sonntagsreden und Hochglanzbroschüren reichten nicht aus, um den Pflegeberuf attraktiver zu machen. „Vor der Bundestagswahl haben alle Parteien versprochen, sich für die Pflege stark zu machen“, erinnert Sylvia Bühler, „nun erwarten die Beschäftigten völlig zu Recht, dass geliefert wird und im Koalitionsvertrag verbindliche Vorgaben für die Personalausstattung festgeschrieben werden.“

    ver.di setzt sich im Rahmen der Sondierungs- und Koalitionsverhandlungen für verbindliche Personalvorgaben per Gesetz, die vollständige Finanzierung der Personalkostensteigerungen für die tarifgebundenen Kliniken und zusätzliche Mittel für Krankenhausinvestitionen durch den Bund ein.

     

     

    Pressekontakt

    Martina Sönnichsen
    ver.di-Bundesvorstand
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