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    ver.di fordert Kurskorrektur der Personalpolitik der HUK-Coburg

    ver.di fordert Kurskorrektur der Personalpolitik der HUK-Coburg

    24.04.2018

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die Personalpolitik der HUK-Coburg und fordert eine Kurskorrektur. Hintergrund ist, dass im Unternehmen offenbar systematisch Beschäftigten, die über mehrere Jahre Arbeitsunfähigkeitszeiten aufweisen, nahegelegt wird, das Arbeitsverhältnis einvernehmlich zu beenden. In Fällen, in denen hierzu seitens der Beschäftigten keine Bereitschaft bestand, wurde eine krankheitsbedingte Kündigung ausgesprochen.

     "Gerade erkrankte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen die Unterstützung ihres Arbeitgebers und nicht die Bedrohung ihrer Existenzgrundlage", betont ver.di-Bundesvorstandmitglied Christoph Meister. "Wir kritisieren den Druck, der auf alle Arbeitnehmer der HUK Coburg ausgeübt wird, wenn sie befürchten müssen, dass ihr Arbeitgeber bei Fehlzeiten durch Erkrankungen leichtfertig und vorschnell das Arbeitsverhältnis kündigt. Insbesondere der Ausspruch von Kündigungen auch langjährig Beschäftigter ist für uns als Versuch des Unterlaufens tarifvertraglicher Schutzregelungen in der Versicherungsbranche nicht tolerabel."

     In der Hamburger Konzernniederlassung der HUK Coburg wurden von den rund 200 Beschäftigten sieben Mitarbeiter/innen mit längeren oder häufigeren krankheitsbedingten Fehlzeiten gekündigt, obwohl der Betriebsrat diesen widersprochen hatte. Die Vorgehensweise wurde im gesamten Konzern durch ein Rundschreiben verbreitet und mehr als 20 weitere Beschäftigte wurden zu Personalgesprächen vorgeladen. In diesen Gesprächen wurde ihnen eröffnet, dass auch sie mit Kündigungen rechnen müssten, wenn sie ihre Fehlzeiten nicht reduzieren würden.

     "Die HUK Coburg stellt sich mit diesem Vorgehen gegen ihre Beschäftigten und Betriebsräte und schürt Angst und Verunsicherung", kritisiert Meister. "Wir haben den Vorstand mehrfach vergeblich aufgefordert, zu einer kooperativen und ursachenadäquaten Personalarbeit zurückzukehren." Ausdrücklich begrüßt ver.di, dass in sämtlichen bisherigen Arbeitsgerichtsverfahren erst- sowie zweitinstanzlich die Unwirksamkeit der ausgesprochenen Kündigungen festgestellt wurde. Wie die erste Instanz hatte auch das Landesarbeitsgericht Hamburg am 5. April 2018 seine Entscheidung hauptsächlich damit begründet, dass der Arbeitgeber die nach erhöhten Fehlzeiten vereinbarten Aktivitäten des betrieblichen Eingliederungsmanagements nicht zu Ende geführt, sondern die Kündigung vorschnell ausgesprochen habe.

    Es sei inakzeptabel, kritisierte Meister, dass die HUK Coburg - als einziges Unternehmen der Branche - zu derartigen Praktiken in ihrer Personalwirtschaft greife und offenbar nur die Arbeitsgerichte das Unternehmen dabei ausbremsen können, sich systematisch von langjährig Beschäftigten zu trennen, die zeitweise arbeitsunfähig erkrankt sind.

     

    Für Rückfragen: Martina Grundler, 0160-972.211.21

     

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    Martina Sönnichsen
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