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    Neue Studie zu Digitalisierung: Beschäftigte sind zunehmender Belastung und Arbeitshetze ausgesetzt – Betroffene brauchen mehr Einfluss auf Gestaltung der Arbeit

    12.06.2017

    Die zunehmende Digitalisierung in der Arbeitswelt führt zu steigender Belastung und Arbeitshetze. Insbesondere die psychischen Belastungen der Beschäftigten nehmen zu, körperliche Belastungen gehen indes zurück. Wer mehr Einfluss auf die Gestaltung der Arbeit hat, leidet weniger unter den negativen Folgen der Digitalisierung. Das sind die zentralen Befunde einer neuen Studie zur „Digitalisierung und Arbeitsqualität“ im Dienstleistungssektor im Auftrag der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) auf Basis einer Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit 2016. Am Montag (12. Juni 2017) beginnt der Digital-Gipfel der Bundesregierung in Ludwigshafen.

    Danach sind mittlerweile 83 Prozent der Beschäftigten im Dienstleistungssektor von Digitalisierung betroffen – zumeist bei der Kommunikation, gefolgt von der Arbeit mit elektronischen Geräten und von softwaregesteuerten Arbeitsabläufen. 47 Prozent der in (sehr) hohem Maß Betroffenen geben an, dass die Digitalisierung insgesamt zu einer Steigerung der Arbeitsbelastung geführt habe: Eine steigende Arbeitsmenge geht dabei einher mit Arbeitshetze und Zeitdruck sowie erhöhtem Multitasking.

    Dabei fallen die Befunde für ausgewählte Branchen unterschiedlich aus: Die Beschäftigten der Informations- und Kommunikationstechnikbranche (IKT) etwa beklagen den Zeitdruck – 65 Prozent der Betroffenen arbeiten gehetzt, für 61 Prozent hat sich die Arbeitsmenge erhöht. Beschäftigte in Banken mit einem hohen Digitalisierungsgrad der Arbeit machen sich dagegen besonders Sorgen um ihren Arbeitsplatz – 60 Prozent von ihnen befürchten, dass infolge der Digitalisierung ihr Job wegfällt. Darüber hinaus nimmt die Studie auch die öffentliche Verwaltungen, Verkehr, Einzelhandel, Krankenhäuser und die Energieversorgung ins Visier.

    „Es ist offensichtlich, dass eine digitalisierte Arbeitswelt mit der Regulation von Arbeitszeitlänge und Arbeitszeitlage allein nicht wirksam human gestaltet werden kann. Wir brauchen Mitbestimmungsrechte bei der Arbeitsmenge und zwar bald. Die Anzahl der Menschen, die unter steigender Arbeitsmenge leiden, wird sonst zunehmen“, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder.

     

    Hinweis an die Redaktionen:
    Die Studie ist abrufbar unter der Internetadresse
    www.innovation-gute-arbeit.verdi.de/themen/digitale-arbeit
    Für Rückfragen steht Ihnen Dr. Nadine Müller unter 030/6956-1365 zur Verfügung.