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    Aktionstag Schwarzer Freitag der 13. – Beschäftigte von H&M protestieren …

    Aktionstag Schwarzer Freitag der 13. – Beschäftigte von H&M protestieren

    11.10.2017

    An diesem Freitag (13. Oktober 2017) werden gewerkschaftlich aktive Betriebsräte von H&M sowie Beschäftigte, die in Zulieferfabriken für H&M in Indien arbeiten, für menschenwürdige Arbeit in Deutschland und entlang der Wertschöpfungskette beim schwedischen Textilunternehmen protestieren. Anlass sind verstärkte Angriffe auf die Rechte von Beschäftigten und Betriebsräten in Deutschland sowie anstehende Tarifverhandlungen bei H&M-Zulieferern in Indien. Unterstützung erfahren die Beschäftigten dabei von der aktion./.arbeitsunrecht sowie dem Gewerkschafternetzwerk TIE/ExChains, die mit öffentlichen Aktionen die betrieblichen Proteste begleiten wollen. In über 17 Städten sind bisher Aktionen geplant, nähere Informationen hier.

    „H&M fällt immer wieder durch schlechte Arbeitsbedingungen auf. Das Unternehmen versucht hierzulande, aktive Betriebsräte mit fadenscheinigen Begründungen zu kündigen oder bietet vielen Beschäftigten nur Verträge mit geringsten Stundenzahlen an. Davon kann niemand leben und faktisch arbeiten viele Beschäftigte kurzfristig auf Abruf. In Ländern wie etwa Indien, Bangladesch oder Sri Lanka herrschen in vielen Zulieferfabriken, in denen auch H&M produzieren lässt, immer noch menschenunwürdige Arbeitsbedingungen. Beschäftigte werden etwa willkürlich entlassen, angegriffen, diskriminiert und schlecht bezahlt. Die Aktionen am Freitag setzen ein Zeichen, dass Menschen entlang der Produktionskette nicht gewillt sind, diese Zustände hinzunehmen“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger.

    In Indien ruft die Gewerkschaft Garment and Textile Worker Union (GATWU) bei den H&M-Zulieferern Avery Dennison Pvt. Limited sowie Carnival Clothing Company in Bangalore bzw. in Srirangapatna zu Tarifverhandlungen auf. Avery Dennison beschäftigt überwiegend Leiharbeiter in der Produktion, obwohl H&M sowohl in Abkommen mit dem weltweiten Gewerkschaftsverband IndustriALL als auch in seinem Verhaltenskodex als Ziel angibt, unbefristete Beschäftigung bei seinen Zulieferern zu schaffen. „Die Leiharbeit führt dazu, dass den Arbeiterinnen wesentliche Rechte vorenthalten werden. Wir fordern Festanstellungen für die Beschäftigten“, sagte Prathibha Ramanath, GATWU-Vorsitzende. Bei Carnival Clothing Company fordert GATWU die Anerkennung als legitimer Verhandlungspartner des Unternehmens. „Das ist der erste Schritt, damit wir mit dem Unternehmen über bessere Arbeitsbedingungen verhandeln können“, so Ramanath. H&M wurde von GATWU über die Forderungen und Probleme in Kenntnis gesetzt, eine Reaktion seitens des Unternehmens steht noch aus.

    „Wir werden uns weiterhin gegenseitig bei unseren Forderungen unterstützen“, erklärte Saskia Stock, Vorsitzende des H&M-Gesamtbetriebsrats und Mitglied des ver.di-Arbeitskreises Junge Mode. „Unsere Kolleginnen in Asien werden ebenfalls unsere Themen vorbringen und wir ihre. Dies stärkt uns und zeigt H&M, dass wir entlang der Wertschöpfungskette solidarisch zusammenstehen.“ Dies sei angesichts der Angriffe auf die Rechte von Beschäftigten notwendiger denn je.

    Beschäftigte und UnterstützerInnen in Deutschland werden mit Flugblättern, auf facebook, durch das Tragen aussagekräftiger T-Shirts oder mit anderen Aktionen auf die Situation bei H&M aufmerksam machen. Einige der konkreten Forderungen können Sie hier und hier abrufen.

     

    Für weitere Informationen siehe ver.di-Pressemitteilungen:

    Hinweis für Redaktionen:
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