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    ver.di kritisiert Schließung der WR-Redaktion als fragwürdig und nicht nachvollziehbar

    15.01.2013

    Als „fragwürdig und nicht nachvollziehbar“ hat der stellvertretende Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Werneke, die Entscheidung der WAZ-Mediengruppe kritisiert, die Redaktion der Westfälischen Rundschau (WR) zum 1. Februar zu schließen und insgesamt 120 Beschäftigte zu entlassen. Ein Sozialplan wurde bereits im Dezember 2012 verhandelt und abgeschlossen. Die WR selber soll weiter erscheinen, ihr Inhalt von konkurrierenden Verlagen und anderen WAZ-Titeln produziert werden. „Die WR hat ihren guten Namen daher, dass sie über eine hervorragende Redaktion verfügt, die in der Region fest verwurzelt ist, die Zusammenhänge aber auch darüber hinaus einordnen kann. Das lässt sich nicht so einfach von heute auf morgen durch Inhalte von außen ersetzen, geschweige denn lässt sich diese Entscheidung betriebswirtschaftlich vernünftig erklären“, sagte Werneke. Auch der Mitgesellschafter in der WR, der SPD-Medienholding DDVG, ohne deren Wissen und Zustimmung das faktische Ende der WR eingeläutet wurde, zeige sich entsetzt. Das sei „bemerkenswert“ und ein weiteres Indiz dafür, dass es tatsächlich keine wirtschaftlich nötigen oder überzeugenden Gründe für das Aus der WR-Redaktion gebe.


    Die Geschäftsführung der WAZ-Mediengruppe habe den Lokalredaktionen, die erst im Herbst in die „Lokaloffensive“ gegangen sei , zu wenig Zeit gegeben, sich zu entwickeln. Der Inhalt der Konkurrenz müsse nun teuer bezahlt werden, während die WAZ-Mediengruppe eine Stimme verliere, die in der Region von Gewicht sei. „Durch die Übernahme von Inhalten aus anderen Häusern wird der journalistischen Vielfalt gerade im regionalen Bereich ein weiterer schwerer Schlag versetzt“, unterstrich Werneke und bemängelte die „publizistische Mutlosigkeit“ der WAZ-Mediengruppe als „fatal“. Der Konzern sei wirtschaftlich gesund und profitabel, die Entscheidung diene offenbar ausschließlich dem Zweck, den nicht schlechten Renditen des Konzerns einen weiteren Schub zu verleihen oder kurzfristigen Finanzbedarf einzelner Gesellschafterkreise zu decken. „Die Querelen zwischen den beiden Gesellschafterkreisen unter den WAZ-Eigentümern werden hier zu Lasten der Arbeitnehmer, der Leser und der Presselandschaft im bevölkerungsreichsten Bundesland ausgetragen. Statt in die Zukunft des Journalismus zu investieren, in den Ausbau von online-Angeboten, in exklusive, gut recherchierte Geschichten, wird kurzfristig gedacht und entsprechend gehandelt. Und die Beschäftigten müssen die Quittung dafür bezahlen“, kritisierte Werneke.