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    ver.di fordert bundesweites Bildungsfreistellungsgesetz

    ver.di fordert bundesweites Bildungsfreistellungsgesetz

    28.12.2015

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) begrüßt die Einführung eines Bildungsfreistellungsgesetzes durch das Bundesland Thüringen zum 1. Januar 2016. Das Gesetz ermöglicht Beschäftigten, bis zu fünf Tage im Jahr für Bildung freigestellt zu werden. Auszubildende können sich drei Tage befreien lassen.

    Damit gibt es nur noch zwei Bundesländer, Bayern und Sachsen, die ihren Beschäftigten das Recht verwehren, fünf Tage für eine selbst gewählte Weiterbildung mit Lohnfortzahlung freigestellt zu werden.

    „Wir fordern Bundesministerin Johanna Wanka auf, sich für eine bundeseinheitliche Regelung einzusetzen und auf die Landesregierungen in Bayern und Sachsen aktiv einzuwirken, um das Bildungsfreistellungsgesetz in allen Bundesländern anzuwenden“, betont ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christoph Meister. „Wir brauchen in ganz Deutschland ein Recht auf Bildungsurlaub.“

    Es sei nicht einzusehen, warum dieses Recht den abhängig Beschäftigten in Bayern und Sachsen vorenthalten werde. Meister forderte die Landesregierungen auf, endlich zu handeln. „Wenn Beschäftigte sich einige Tage im Jahr der politischen, beruflichen oder allgemeinen Weiterbildung widmen wollen, nutzt das nicht nur der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, es stärkt auch das gesellschaftliche Miteinander. Und genau darauf sollten auch die bayerische und die sächsische Landesregierung Wert legen.“

    Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, unterstütze ver.di den DGB und ver.di Bayern bei einer Beschwerde vor der Internationalen Arbeiter Organisation (ILO) gegen die Bundesrepublik Deutschland. Hier werde geprüft, warum eine internationale Vereinbarung (ILO Konvention 140) zur Einrichtung von Bildungsurlaub aus dem Jahr 1976 noch nicht umgesetzt wurde.

    Bildungsurlaub ersetze nicht die betriebliche Weiterbildung, sondern diene dem Interesse der einzelnen Beschäftigten, etwa der eigenen Karriereplanung, so der Gewerkschafter. Im Vordergrund stehe die freie Themenwahl und eine Gleichbehandlung aller Beschäftigten in allen Bundesländern.


    Für Rückfragen: Andreas Michelbrink, 0160-90653419
    Mehr zum Thema unter www.bildungsurlaub-machen.de

    Pressekontakt

    Martina Sönnichsen
    ver.di-Bundesvorstand
    Paula-Thiede-Ufer 10
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