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    Integrationskurse: ver.di fordert nachhaltige Konzepte statt Absenkung pädagogischer Standards

    20.10.2015

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die neuen, abgesenkten Regelungen zur Zulassung von Lehrkräften in Integrationskursen und fordert eine Qualifizierungsoffensive für dieses pädagogische Personal, das Deutsch als Zweit- bzw. Fremdsprache unterrichtet. Nur so kann dem Mangel an Sprachlehrerinnen und -lehrern abgeholfen und die Qualität des Unterrichts auf hohem Niveau erhalten bleiben, stellt die Gewerkschaft anlässlich einer Fachtagung zur Weiterbildung am 20. Oktober in Magdeburg fest.

    Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat angesichts steigender Flüchtlingszahlen mit Wirkung zum 1. September 2015 die Zulassung von Lehrkräften in Integrationskursen neu geregelt. Künftig sollen nicht nur Hochschulabsolventinnen und -absolventen aller Fachrichtungen, die 500 Unterrichtsstunden Deutsch gegeben haben, diese Tätigkeit ausüben dürfen. Auch Bewerberinnen und Bewerbern ohne formalen Hochschulabschluss soll dies möglich sein, sofern ihre Ausbildung „irgendetwas mit Sprache“ zu tun hat.

    „Deutsch als Zweitsprache zu unterrichten, erfordert eine umfassende Ausbildung und Fachkenntnis. Die Neuregelung wird jedoch dazu führen, dass die Qualität des Sprachunterrichts rapide sinkt, mit erheblichen negativen Folgen für die Teilnehmenden. Zudem ist nicht akzeptabel, dass sich die ohnehin schlechten Arbeitsbedingungen der Lehrkräfte weiter verschlechtern und ihre Qualifikation abgewertet wird. Wir erwarten, dass die politisch Verantwortlichen den eingeschlagenen Kurs verlassen und Lösungen anbieten, die die Integration von Flüchtlingen nachhaltig sichern. Der eingeschlagene Weg ist weder im Sinne der Flüchtlinge noch der Lehrenden“, sagte Ute Kittel, Mitglied des ver.di-Bundesvorstands.

    Durch die neuen Regelungen werden neue Anbieter von Kursen massiv auf den Markt drängen, die kaum ausgebildete Lehrkräfte gegen niedrigste Entgelte beschäftigen. Das würde die Standards für Jahre schädigen. Schon jetzt erhalten Lehrkräfte in Integrationskursen für ihre verantwortungsvolle und hervorragende Facharbeit Honorare, die netto unter dem gesetzlichen Mindestlohn liegen.

    Pressekontakt

    Eva Völpel
    ver.di-Bundesvorstand
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