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    Betriebsräte fordern Stopp von unsozialem Wettbewerb im europäischen Luftverkehr

    30.08.2017

    Betriebsräte und Beschäftigte der deutschen Luftverkehrsbranche aus Cockpit und Kabine sowie der Bodenverkehrsdienste haben gestern die Parteivorsitzenden von CDU, CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und FDP in Schreiben aufgefordert, sich für faire und soziale Bedingungen im Wettbewerb der europäischen und deutschen Luftfahrtindustrie einzusetzen.

    Der Appell der Betriebsräte richtet sich an die Parteien, um vor der Wahl klar zu machen, dass die politisch Verantwortlichen aufgefordert sind, qualitative Vergabekriterien zu erarbeiten. Diese Kriterien müs-sen faire Arbeits- und Entlohnungsbedingungen enthalten, Steuerschlupflöscher schließen, Scheinselbstständigkeit von Piloten verhindern und der Politik der EU-Kommission einen Riegel vorschieben.

    Die EU müsse von ihrer Politik der rücksichtslosen Liberalisierung und Deregulierung abrücken und stattdessen die Lebens- und Arbeitsver-hältnisse der Beschäftigten in den Mittelpunkt stellen, fordert Christine Behle, Bundesvorstandsmitglied der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). „Die EU-Kommission muss endlich dafür sorgen, dass Geschäftsmodelle von Airlines gestoppt werden, die in der Kabine und im Cockpit zum großen Teil auf Scheinselbstständigkeit beruhen und keine oder schlechte tarifvertragliche Arbeitsbedingungen bieten.“ Es sei nicht länger hinnehmbar, dass Airlines, die Start- und Landerechte an europäischen Flughäfen innehaben, mit Leasingfirmen zusammenarbeiten, die auf Lohndumping-Basis fliegen.

    Low-Coster dürfen nicht weiter von der EU-Kommission dabei unter-stützt werden, nationales Arbeitsrecht und Tarifverträge zu umgehen. Das geschehe, indem etwa in Deutschland stationiertes Flugpersonal nach den niedrigeren irischen Rechts- und Sozialstandards behandelt werde. Fairer Wettbewerb müsse über Qualität und Leistung, nicht über Löhne stattfinden, so die Gewerkschafterin.

     

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    Martina Sönnichsen
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