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    Repräsentativumfrage macht deutlich: Sehr schwere Arbeitsbedingungen in Pflegeberufen – Nur 20 Prozent glauben an ein Durchhalten bis zur Rente

    01.07.2013

    Nur 20 Prozent der Pflegekräfte in der Alten- und Krankenpflege glauben, bis zur Rente durchhalten zu können, das ist das zentrale Ergebnis der Sonderauswertung der bundesweiten Repräsentativumfrage zum DGB-Index Gute Arbeit für die Pflegeberufe, die die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) heute veröffentlicht. 74 Prozent der Pflegekräfte sind danach der Meinung, dass sie es unter ihren derzeitigen Arbeitsbedingungen bis zur Rente nicht schaffen werden.

    "Der Personalmangel im Pflegebereich hat zur Folge, dass immer mehr Aufgaben durch immer weniger Beschäftigte ausgeführt werden müssen“, kritisiert ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Die motivierten Pflegerinnen und Pfleger, die mit großem Idealismus diesen verantwortungsvollen Beruf leisten und sich außerordentlich stark mit ihm identifizieren, leiden darunter, dass sie immer mehr Aufgaben erledigen und Abstriche in der Qualität machen müssen.“ Bühler forderte, den Pflegeberuf aufzuwerten. Gute Pflege brauche Zeit für Patienten und daher mehr Personal.

    Die Auswertung der Repräsentativumfrage hatte ergeben, dass die Beschäftigten nicht durch die Arbeitsaufgabe, sondern durch die schlechten Arbeitsbedingungen, zermürbt werden. Die große Mehrzahl der Pflegerinnen und Pfleger stehen ihrer Arbeitsaufgabe ausgesprochen positiv gegenüber. 92 Prozent identifizieren sich stark mit ihrer Arbeit und 95 Prozent sind davon überzeugt, dass sie damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

    Die Arbeitsbedingungen aber werden von 40 Prozent als schlecht bewertet und nur von 3 Prozent als gut. So müssen etwa 84 Prozent des Pflegepersonals bei der Arbeit sehr häufig oder oft hetzen. 87 Prozent  der Befragten gaben an, seit Jahren immer mehr in der gleichen Zeit leisten zu müssen. 79 Prozent bekommen laut Umfrage einen Lohn, den sie als nicht leistungsgerecht empfinden. Und 47 Prozent des Pflegepersonals erklären, ihr Arbeitspensum sei so hoch, dass sie sehr häufig oder oft Abstriche bei der Arbeitsausführung machen müssen.

    "Personalmangel und Arbeitshetze gehen zu Lasten der Beschäftigten und ihrer Gesundheit, beeinträchtigen aber auch die Pflegequalität", kritisiert Bühler. ver.di fordere deshalb dringend eine gesetzliche Personalbemessung.

    Für Rückfragen zur Sonderauswertung der Repräsentativumfrage:
    Cornelia Brandt 030/ 6956-1364

    Rückfragen zur Pflege: Herbert Weisbrod-Frey 0171/7676101

    Link zur Veröffentlichung der Sonderauswertung aus dem DGB Index
    Gute Arbeit www.verdi-gute-arbeit.de 

    Pressekontakt

    Martina Sönnichsen
    ver.di-Bundesvorstand
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