Pressemitteilungen

    Urabstimmung im Sozial- und Erziehungsdienst: 55 Prozent für …

    Urabstimmung im Sozial- und Erziehungsdienst: 55 Prozent für Tarifergebnis - Mehr Gesundheitsschutz plus Geld für die Kita-Beschäftigten und Sozialarbeiter

    21.08.2009

    Die Tarifauseinandersetzung im Sozial- und Erziehungsdienst ist endgültig beendet. 55 Prozent der ver.di-Mitglieder haben in einer zweiten Urabstimmung dem Tarifergebnis vom 27. Juli 2009 zugestimmt. „Trotz vorhandener Kritik ist die Mehrheit der betroffenen Mitglieder für die Annahme des Ergebnisses“, sagte das Bundesvorstandsmitglied der Ver-einten Dienstleistungsgewerkschaft Achim Meerkamp in Berlin. Was die Aufwertung der sozialen Berufe angehe, habe man „einen Einstieg ge-schafft“. Die Tarifrunde für die 220.000 Beschäftigten der Sozial- und Erziehungsdienste war bundesweit von Großdemonstrationen und wochenlangen Streiks in Kindergärten und –tagesstätten begleitet worden. Eltern sowie Politikerinnen und Politiker vieler Parteien hatten die ver.di-Forderungen massiv unterstützt.

    Mit Bekanntgabe des Urabstimmungsergebnisses kündigte ver.di eine Weiterführung der Kampagne „Chancen fördern – Anerkennung fordern“ an. „Wir werden die Arbeitgeber und die Politik nicht aus der Verantwortung für eine höhere Anerkennung der sozialen Berufe entlassen“, erklärte Meerkamp. Dazu gehörten eine Steigerung der Aus- und Weiterbildungsbildungsqualität sowie eine bessere Personalausstattung – „nicht nur bei den Erzieherinnen, sondern in allen Bereichen der Kinder- und Jugendhilfe“. Große Bedeutung misst ver.di dem neuen Gesundheitsschutz-Tarifvertrag zu. „Mit Hilfe von Gefährdungsanalysen kann man jetzt sehr schnell Missstände an den einzelnen Arbeitsplätzen beheben“, so Meerkamp. Arbeitgeber sowie Personal- und Betriebsräte seien gefordert, das neue Instrument schnellstmöglich gewinnbringend für die Beschäftigten in den Sozialberufen und den Kinder in den Kitas einzusetzen. Durch die neuen Regelungen zur Bezahlung bekommen vor allem Neueingestellte ab 1. November 2009 mehr Geld. Eine reguläre Erzieherin erhielt bislang 2.130 Euro brutto, jetzt bekommt sie 2.240 Euro, das heißt 110 Euro mehr. Nach vier Jahren erhält sie anstelle von 2.236 Euro künftig 2.400 Euro. Eine Erzieherin mit 18 Jahren Berufserfahrung bekommt 2.864 Euro, das sind ca. 390 Euro mehr als sie früher nach 20 Jahren erhalten hat. Für 80 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher be-deute der Abschluss eine deutliche Verbesserung, sagte Meerkamp. Auch Leiterinnen und Leiter von Kindertagesstätten erhalten zukünftig mehr Geld, jedoch in einem deutlich geringeren Umfang. Ein Sozialarbeiter im Allgemeinen Sozialen Dienst bekommt zukünftig als Berufsanfänger 2.500 Euro statt bisher 2.237 Euro.

    Pressekontakt

    Günter Isemeyer ver.di-Bundesvorstand Paula-Thiede-Ufer 10 10179 Berlin Tel.: 030/6956-1011 bzw. -1012 Fax: 030/6956-3001 E-Mail: pressestelle@verdi.de
    alle Ansprechpartner der Bundespressestelle