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    ver.di protestiert gegen öffentliche Finanzierung von Sozialdumping

    ver.di protestiert gegen öffentliche Finanzierung von Sozialdumping

    24.01.2007

    Protestaktionen in London, Bukarest und Berlin gegen EBRD-Kredite für Kaufland

    Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) mit Sitz in London prüft, die Expansion der zum Schwarz-Konzern gehörenden SB-Warenhauskette Kaufland mit einem Kredit über 100 Millionen Euro zu unterstützen. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) kritisiert die mögliche Kreditvergabe, da die Schwarz-Gruppe nach Erkenntnissen staatlicher Stellen, verschiedener Nicht-Regierungs-Organisationen und eigenen Recherchen besonders in Osteuropa systematisch gegen Arbeitsrecht und Gesundheitsschutz verstößt. Gemeinsam mit verschiedenen Nicht-Regierungsorganisationen wie dem bankenkritischen Netzwerk CEE Bankwatch sowie britischen und rumänischen Gewerkschaften protestieren deshalb ver.di-Aktivisten heute zeitgleich um 12 Uhr in London, Bukarest und Berlin gegen die Kreditvergabe. Während einer Protestmahnwache vor der EBRD-Zentrale in London werden sie dem Bankendirektorium eine Petition übergeben, in der sie striktere Kontrollen zur Einhaltung sozialer Standards durch die Kreditnehmer fordern. In der rumänischen Hauptstadt Bukarest wird eine Aktion vor einer Kaufland-Filiale stattfinden, während in Berlin bei der Grünen Woche die Infoaktionen zu den unfairen Arbeitsbedingungen beim Discounter Lidl fortgeführt und Informationen über die EBRD-Kredite verteilt werden. Bereits Anfang Januar hatte sich Ulrich Dalibor, Einzelhandelsexperte beim ver.di-Bundesvorstand und stellvertretender Vorsitzender des europäischen Gewerkschaftsdachverbandes UNI Handel Europa, in einem Brief an die EBRD-Direktoren gewandt und dringend von einer Kreditvergabe an den Schwarz-Konzern abgeraten: „Das Verhalten des Schwarz-Konzerns hat nichts mit fairen Arbeitsbedingungen und Handelsbeziehungen zu tun", so Ulrich Dalibor. „Dennoch wird diese Unternehmensgruppe von Finanzinstitutionen wie der Weltbank-Tochter IFC (International Finance Corporation) und der EBRD seit 2004 mit Krediten in Höhe von fast 350 Millionen Euro unterstützt." Ihre Ansprechpartner vor Ort: Aktion in Bukarest: Rainer Kau (ver.di-Kampagnenleitung), 0160-90183196 Aktion in London: Achim Neumann (ver.di Berlin), 0170-9693396 Lidl-Kampagnenbüro: 030-6956-2736 Zum Hintergrund: Sowohl in Deutschland als auch im europäischen Ausland sind unzählige Verstöße von Kaufland und Lidl gegen die jeweilige Arbeitsgesetzgebung und die Sozialstandards der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) dokumentiert. Gewerkschaftsfeindlichkeit und Verhinderung der Koalitionsfreiheit gehören ebenso wie personelle Unterbesetzung, Arbeitshetze und schikanöse Kontrollen der Beschäftigten zu den Geschäftsmodellen des Schwarz-Konzerns. Auch ständige Verstöße gegen Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie diskriminierendes Ver-halten gegenüber Beschäftigten von Kaufland und Lidl, wie sie etwa die staatliche polnische Arbeitsinspektion immer wieder feststellt, widersprechen eindeutig den von der ILO formulierten Grundsätzen. Das von der Gewerkschaft ver.di herausgegebene "Schwarz-Buch Lidl" und die Nachfolgepublikation "Schwarz-Buch Lidl Europa" belegen anhand von Zeugenaussagen und Fallbeispielen den zum Teil menschenverachtenden Umgang des Schwarz-Konzerns mit seinen Beschäftigten. So wurde auch erstmals die fragwürdige Finanzierung der Lidl- und Kauflandexpansion in Osteuropa aufgedeckt. CEE Bankwatch hatte die EBRD bereits letztes Jahr kritisiert, da sie die Kredite für die Schwarz-Expansion in Polen genehmigt hatte, obwohl die staatliche polnische Arbeitsinspektion bereits zahlreiche Verstöße gegen Arbeitsrecht und Gesundheitsschutz in polnischen Filialen von Kaufland und Lidl festgestellt hatte. Weitere Informationen: Lidl-Kampagne von ver.di: http://lidl.verdi.de Lidl-Weblog von ver.di: http://www.verdi-blog.de/lidl EBRD-Projektbeschreibung: http://www.ebrd.com/projects/psd/psd2006/36710.htm CEE Bankwatch: http://bankwatch.ecn.cz/newsroom/releases.shtml?x=1960282

    Pressekontakt

    Harald Reutter ver.di-Bundesvorstand Potsdamer Platz 10 10785 Berlin Tel.: 030/6956-1010 bis -1017 Fax: 030/6956-3001 e-mail:pressestelle@verdi.de
    alle Ansprechpartner der Bundespressestelle